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Gehirnfunktion / Demenz

Wissenschaftlicher Überblick - Wissenschaftliche Datenlage zur Gehirnfunktion & Demenz.

Demenz ist ein Überbegriff für Erkrankungen, bei denen das Gedächtnis, das Denkvermögen, später auch die Sprache und die ganze Persönlichkeit verloren gehen.

Die Demenz ist weltweit auf dem Vormarsch, sie ist jedoch kein unausweichliches Schicksal. Immer mehr Studien zeigen, dass Lebensstilfaktoren wie Bewegung, Nichtrauchen, soziale Kontakte und eine mediterrane Ernährung dazu beitragen können, das Demenzrisiko zu verringern. Entgegen den allgemeinen Erwartungen kann sich auch ein leichter bis mäßiger Konsum alkoholischer Getränke als sinnvoll erweisen. 1 So kann er sogar die geistige Leistungsfähigkeit bei Jung und Alt erhöhen. 2

Studien zeigen, dass ein leichter bis moderater Konsum mit einem verminderten Risiko für eine demenzielle Erkrankung und einem erniedrigten Sterberisiko aufgrund einer Demenz einhergeht. Auch das Nachlassen kognitiver Fähigkeiten ist weniger ausgeprägt. Allerdings profitierten in einer Studie diejenigen, die bereits unter kognitiven Einschränkungen litten, nicht von (moderatem) Alkoholkonsum, während die eingangs Gesunden ein signifikant vermindertes Demenzrisiko aufwiesen. Wichtig scheint also die kognitive Gesundheit zu Studienbeginn zu sein. Bei einem Vergleich verschiedener alkoholischer Getränke stellte sich darüber hinaus ausschließlich der Weingenuss als vorteilhaft heraus. Eine Meta-Analyse ergab, dass das relative Risiko gegenüber Abstinenz bzw. dem Verzehr anderer Getränke um rund 40% signifikant verringert war. 1

Eine mögliche Erklärung für das verminderte Demenzrisiko bei maßvollem Konsum alkoholischer Getränke liefert eine Studie an Mäusen. Die Gabe von geringen Ethanolmengen bei diesen Tieren regte das glymphatische System an, das mithilfe spezieller Flüssigkeitsbewegungen „Abfallprodukte“ über die Lymphgefäße des Körpers entsorgt und zur Leber bringt. Die Ethanolgaben förderten also die Entgiftung des Gehirns. Es wird daher angenommen, dass ein gut funktionierendes glymphatisches System auch vor Alzheimer und anderen Demenzen schützt.1

 

Alzheimer-Demenz

Die bekannteste und häufigste demenzielle Erkrankung ist die Alzheimer-Demenz, deren Ursachen noch weitgehend unbekannt sind. Erkrankungen, die mit einer schlechteren Durchblutung des Gehirns einhergehen, begünstigen unter anderem ihre Entwicklung. Eines der markantesten Merkmale für Alzheimer-Demenz ist die Bildung und Ansammlung von sogenannten amyloiden Plaques im Gehirn. Hierbei handelt es sich um schädliche Eiweiß-Ablagerungen (Beta-Amyloid). 

In Tierversuchen konnten die Weinphenole (u.a. Resveratrol) die Bildung der für Alzheimer typischen Plaques verhindern. Daraus erschließt sich der mögliche Wirkmechanismus, den die Forschung allerdings noch beim Menschen nachweisen muss. Diskutiert wird in dem Zusammenhang auch die verbesserte Gefäßfunktion und durchblutungsfördernde Funktion des Alkohols.

(1) Quellen: Risiko für Demenzerkrankungen

Koch M et al. 
JAMA Netw Open 2019

Rehm J et al. 
Alzheimers Res Ther 2019

Schwarzinger M et al. Lancet 2018 und
Lundgaard I et al. Sci Rep 2018

Xu W et al.
Eur J Epidemiol 2017

Weyerer S et al. 
Age and Ageing 2011

Mukamal KJ et al. 
JAMA 2003

Ruitenberg A et al. 
Lancet 2002

Orgogozo JM et al. 
Rev Neurol 1997

(2) Quellen: Geistige Leistungsfähigkeit

Topiwala A et al.
BMJ 2017 

Neafsey EJ et al. 
Neuropsychiatr Dis Treat 2011

Peters R et al.
Age Ageing 2008 und 
Arntzen KA et al. 
Acta Neurol Scand 2010

Galanis DJ et al. 
Am J Pub Health 2000

Erstellt am
Wissenschaftlicher Überblick Erkrankungen des Gehirns

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