Gesellschafts-
politische ASPEKTE

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Bundestag

Jugendschutz in Coronazeiten

(Stand April 2021)
Die FDP hatte in einer Kleinen Anfrage – Drucksache 19/27708 – die Bundesregierung aufgefordert, sich zu den Bildungs- und Gesundheitschancen von Kindern und Jugendlichen während der Corona-Pandemie zu äußern. Konkret wollte sie unter anderem wissen: „Was unternimmt die Bundesregierung, um zu verhindern, dass sich die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen verschlechtert?“

Die Bundesregierung hat in ihrer Antwort vom 6. April (Drucksache 19/28274), veröffentlicht am 13. April, sehr umfangreich Stellung bezogen. Hinsichtlich Alkoholgefahren hat sie folgendes ausgeführt: 

  • „Die Alkoholpräventionskampagne „Null Alkohol – Voll Power“ der BZgA spricht Kinder und Jugendliche noch vor der Stabilisierung riskanter Konsummuster an. Um den aktuell rückläufigen Alkoholkonsumtrend der 12- bis 16-Jährigen zu stärken wird auch in Zeiten von Corona ein Fokus auf das Hinauszögern des Einstiegs in den Alkoholkonsum gelegt. Die Mehrebenenkampagne informiert über die Risiken von Alkoholkonsum für Jugendliche und hat das Ziel, eine kritische Einstellung zum Alkoholkonsum zu fördern."
     
  • „Die Jugendkampagne Alkohol? Kenn dein Limit." der BZgA informiert Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 20 Jahren über einen risikoarmen Alkoholkonsum. Die Zielgruppe wird in ihren Lebenswelten u. a. online angesprochen (www.kenn-dein-limit.info, Instagram-, YouTube-, Facebook-Präsenz und Blog). Flankiert wird die direkte Ansprache der jugendlichen Zielgruppe durch Angebote für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren (www.vortiv.de), um Jugendliche auch auf diese Wege zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol zu bewegen."
Fetale Alkoholspektrumstörungen in Deutschland – eine Diskussion mit veralteten Daten

(Stand 25. März 2021)
Die Bundesregierung hat ihre Antwort auf die Kleine Anfrage der FDP-Fraktion zu Fetalen Alkoholspektrumstörungen in Deutschland veröffentlicht (Drucksache 19/27603). Die FDP hatte ihre Anfrage unter anderem mit folgenden Argumenten begründet: „In Deutschland werden jedes Jahr viele Kinder mit Schäden geboren, die auf Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft zurückzuführen sind. Zwischen 10 000 und 20 000 Neugeborene sind jedes Jahr in Deutschland betroffen, davon rund 2 000 mit einer schweren Form der Schädigung (Drogen- und Suchtbericht 2019 der Drogenbeauftragen der Bundesregierung)“.

Mit der Eingangsfrage wollte die FDP erfahren, wie viele Schwangere alkoholische Produkte konsumieren, und wie sich diese Zahl seit 2010 jährlich entwickelt hat? Aus der Antwort geht hervor, dass der Bundesregierung bzw. dem RKI keine neueren Zahlen als die bereits mehrfach veröffentlichten aus dem Jahr 2012 vorliegen. (Anm.: Es ist sehr bedauerlich, dass immer noch mit diesen veralteten Zahl gesundheitspolitisch argumentiert wird. Neuere Daten wären dringend erforderlich!) Denn eine im Auftrag des BMG im Jahr 2017 durchgeführte repräsentative Befragung von forsa Politik- und Sozialforschung GmbH zum Thema Alkoholkonsum und Schwangerschaft hatte laut Bundesregierung ergeben, dass eine deutliche Mehrheit der Befragten (89 Prozent) der Ansicht ist, dass Alkohol während der Schwangerschaft generell problematisch ist. Der Anteil der Befragten, die glauben, dass Alkohol in der Schwangerschaft schlimmstenfalls zu lebenslangen schweren Behinderungen beim Kind führen kann, ist von 56 Prozent im Jahr 2014 deutlich auf 70 Prozent im Jahr 2017 angestiegen. (Anm.: Die Untersuchung zeigte also wesentliche Verbesserungen innerhalb von drei Jahren auf. Aber auch diese Untersuchung ist schon wieder vier Jahre alt!) Bei der Bedeutung der Thematik ist es sehr bedauerlich, dass die Bundesregierung auf die Frage nach der Anzahl der FAS-Geburten antworten musste: „Verlässliche Zahlen aus Deutschland zur Prävalenz des Fetalen Alkoholsyndroms (FAS) oder Fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD) liegen nicht vor. Studien zur Prävalenzschätzung von FAS in Europa bewegen sich zwischen 0,2 und 8,2 pro 1 000 Geburten. Laut Schätzungen von Experten ist von mindestens 2 000 Kindern mit FAS pro Jahr in Deutschland auszugehen. Das Vollbild des FAS tritt nach Expertenschätzung nur bei rund 10 Prozent aller Kinder mit pränatalen Alkohol-Folgeschäden auf. Damit liegen die Prävalenzzahlen für Kinder mit FASD deutlich höher.“ (Anm.: Unser Hinweis auf das Alter von verwendeten Zahlen, auf das Ausweichen auf Schätzungen, auf die Nichtberücksichtigung der inzwischen eingetretenen Änderungen von Kenntnissen und des Problembewusstseins bei Schwangeren dient nicht dazu, dass Problem zu verharmlosen, sondern unterstreicht die Notwendigkeit, zu einer sachgerechten Einordnung der Problematik mit aktuellen Zahlen zu kommen.)

Die Fragen und Antworten der Kleinen Anfrage der FDP sind im Internet zu finden.

Digitalisierung des Schulunterrichts und Suchtprävention – ein „weiches“ Thema?

(Stand 25. März 2021)
Die BZgA hat ein Projekt Auswirkungen von Covid-19 auf die Suchtprävention in Deutschland – Chancen und Risiken einer stärkeren Digitalisierung in Auftrag gegeben, wie die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bekannt gab (Drucksache 19/27807 vom 23.3.2021). Die aktuelle Situation der Corona-Pandemie, im Speziellen die Belastungen durch Beschränkungen sozialer Kontakte sowie durch den Lockdown, schränken - so die Bundesregierung - die Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche deutlich ein. Unter diesen Bedingungen sei anzunehmen, dass für sogenannte „weiche“ Themen wie Suchtprävention, ohne feste Verankerung im Schulcurriculum oder in einem Unterrichtsfach, noch weniger Platz als zuvor bleibe. Dem gegenüber stehe die Annahme, dass psychische Belastungen und damit einhergehendes riskantes Verhalten (besonders Alkoholkonsum, auch Onlinespiele/-wetten) aktuell eher ansteigen. Das Ziel der Untersuchung (Zuwendungsprojekt, Institut für interdisziplinärer Sucht- und Drogenforschung, Hamburg) bestehe darin zu prüfen, auf welchen Wegen die Suchtprävention ihre - vor allem digitale - Angebote verbessern könne.

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