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WISSENSCHAFT

Wissenschaftlicher Überblick

Empfehlungen für die Frau ab 40

Da nur in wenigen Studien festgehalten war, ob die Frauen die Wechseljahre bereits hinter sich hatten, wählten die Studienautoren eine Altersgrenze von 50 aus, um abschätzen zu können, ob postmenopausale Frauen möglicherweise besonders profitieren.

Für die Herz- und Gefäßgesundheit erwies sich ein moderater Konsum alkoholischer Getränke schon häufig als günstig im Portfolio der präventiven Lebensstilfaktoren. In den zugrunde liegenden Studien wurde jedoch nur gelegentlich zwischen Männern und Frauen beziehungsweise nach Altersgruppen unterschieden. Doch genau das wäre wichtig, um zu sehen, ob das Geschlecht günstige Einflüsse wie etwa die körperliche Aktivität oder ungünstige wie das Rauchen oder starkes Übergewicht beeinflusst und ob Frauen vor und nach den Wechseljahren unterschiedlich von einem gesundheitsförderlichen Lebensstil profitieren. Immerhin steigt das Risiko, ein Herz- oder Gefäßleiden zu bekommen oder daran zu versterben, bei Frauen nach den Wechseljahren deutlich an. 

Erste umfassende Analyse bei Frauen

Die bestehende Datenlücke schloss nun ein internationales Forscherteam. Es durchforstete die verfügbaren medizinischen Datenbanken nach Studien, die verschiedene Lebensstilfaktoren bei Frauen über 40 mit ihren Erkrankungs- und Sterberisiken in Beziehung gesetzt hatten. Dabei wurde auch auf die Studienqualität geachtet, denn solche zusammenfassenden Auswertungen (Meta-Analysen) können immer nur so gut sein, wie die Studien, die in sie einfließen. 

Am Ende des Auswahlverfahrens blieben 59 Studien mit insgesamt über 5,3 Millionen Teilnehmerinnen übrig, die die Einschlusskriterien der Wissenschaftler erfüllten: Die Frauen sollten aus der Allgemeinbevölkerung stammen und zu Studienbeginn keine chronischen Krankheiten gehabt haben. In den zwischen 3,2 und 32 Jahre lang laufenden Studien mussten die Risiken für Herz- und Gefäßerkrankungen (v. a. Herzinfarkt, Schlaganfall, Koronare Herzkrankheit), die Sterblichkeit daran und/oder die Gesamtsterblichkeit im Zusammenhang mit mindestens einem der folgenden Lebensstilfaktoren untersucht worden sein: Rauchen, körperliche Aktivität, starkes Übergewicht und der Konsum alkoholischer Getränke. 

Moderater Konsum und körperliche Aktivität senken Gesundheitsrisiken

Wie erwartet, steigerten sowohl das Rauchen als auch Übergewicht das Erkrankungs- und Sterberisiko der Frauen signifikant. Dagegen gingen sowohl körperliche Aktivitäten als auch ein moderater Konsum von alkoholischen Getränken mit verringerten relativen Risiken einher: Bei einem Konsum bis 14 g Alkohol pro Tag (entsprechend etwa 150 -200 ml Wein) fiel das Risiko für koronare Herzkrankheiten im Vergleich zur Abstinenz um 28 % geringer aus, das Risiko an einem Herz- und Gefäßleiden zu sterben lag 37 % niedriger und die Gesamtsterblichkeit sank um 20 %. Zum Schlaganfallrisiko fand sich kein Zusammenhang. Auch Trinkmengen entsprechend 14 bis 46 g Alkohol täglich zeigten keine signifikante Relation zu den untersuchten Krankheits- und Sterberisiken. 

Da nur in wenigen Studien festgehalten war, ob die Frauen die Wechseljahre bereits hinter sich hatten, wählten die Studienautoren eine Altersgrenze von 50 aus, um abschätzen zu können, ob postmenopausale Frauen möglicherweise besonders profitieren. Tatsächlich fiel das Risiko für koronare Herzkrankheiten bei über 50jährigen Frauen noch etwas geringer als bei den jüngeren aus, wenn sie alkoholische Getränke in moderaten Mengen genossen. Nach Art der Getränke oder nach Trinkmustern konnte die Studie jedoch nicht unterscheiden.

Colpani, V et al.: Lifestyle factors, cardiovascular disease and all-cause mortality in middle-aged and elderly women: a systematic review and meta-analysis. European Journal of Epidemiology 2018, online am 10. März, https://doi.org/10.1007/s10654-018-0374-z

Erstellt am
Herz-Kreislauf-Erkrankungen Allgemeine Gesundheitsaspekte

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