WHO
Alkoholwirtschaft führt einen konstruktiven Dialog mit der WHO
(Stand: April 2026)
Am 15. April 2026 traf sich die Weltgesundheitsorganisation mit Unternehmen, die in der Herstellung, dem Vertrieb, der Vermarktung und dem Verkauf von alkoholischen Getränken tätig sind. Die WHO bezeichnete dies im Rahmen ihres Globalen Aktionsplans gegen Alkohol (GAAP) 2022–2030 als „Gelegenheit zum Meinungsaustausch über Bereiche, in denen sich die Praktiken der Wirtschaftsakteure mit den Zielen der öffentlichen Gesundheit überschneiden“.
Auf der Tagesordnung des Treffens standen folgende Themen:
- Produktumgestaltung und Verbraucherinformation, einschließlich alkoholfreier und alkoholarmer Produkte, deren Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit sowie Kennzeichnungspraktiken (Zutaten, Nährwert- und gesundheitsbezogene Informationen)
- Marketingpraktiken, einschließlich digitalem Marketing und Expositionsdynamiken, Influencer- und Peer-basierter Werbung, indirekter Werbung und Markenstrategien sowie grenzüberschreitendem Marketing
- Alkoholverkauf und -verfügbarkeit, einschließlich Praktiken im Einzelhandel und E-Commerce, Altersüberprüfung über alle Vertriebskanäle hinweg, Liefersysteme sowie Herausforderungen im grenzüberschreitenden Verkauf und bei der Lizenzierung.
Die International Alliance for Responsible Drinking (IARD) erklärte, dass die Organisation, ihre Mitglieder und Partner „sich über die Maßnahmen ausgetauscht haben, die wir zur Bekämpfung des schädlichen Alkoholkonsums im Rahmen des von der WHO in ihrer Globalen Strategie zur Reduzierung des schädlichen Alkoholkonsums festgelegten gesamtgesellschaftlichen Ansatzes ergreifen“, bezeichnete das Treffen als „konstruktiven Austausch“ und erklärte, man freue sich auf künftige Dialoge.
Die WHO erklärte anlässlich des Treffens in einer Pressemitteilung: „Alkoholkonsum bleibt ein weltweit führender Risikofaktor für vorzeitige Mortalität und Morbidität, mit weitreichenden Folgen für die Gesundheitssysteme, die wirtschaftliche Entwicklung und die Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung. Die Verringerung dieser Belastung erfordert eine wirksame, evidenzbasierte Politik der öffentlichen Gesundheit, die von Regierungen geleitet wird, mit klar definierten Rollen und Verantwortlichkeiten in allen Sektoren. […].
Das Treffen ist eine Plattform für einen strukturierten Austausch über aktuelle Praktiken, aufkommende Herausforderungen und ihre Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit sowie über Bereiche bieten, in denen die Aktivitäten der Wirtschaftsteilnehmer die Fortschritte auf dem Weg zu den Zielen des Globalen Alkohol-Aktionsplans beeinflussen können.
Ziel des Dialogs ist es, eine transparente und evidenzbasierte Diskussion zu ermöglichen und gleichzeitig die zentrale Rolle der Regierungen beim Schutz und der Förderung der öffentlichen Gesundheit zu bekräftigen. Die Teilnahme impliziert keine Partnerschaft oder Zusammenarbeit mit Wirtschaftsteilnehmern und beeinträchtigt nicht die Unabhängigkeit der normativen und politischen Einstellungsfunktionen der WHO.“
RN/21.April 2026
Quelle Karussellbild: pixabay/Padrinan
WHO-Generalsekretär fordert Steuererhöhung von mindestens 50 % bis 2035 auf Alkohol
(Stand: Oktober 2025)
In seiner Eröffnungsrede zur 77. Sitzung des Regionalkomitees der WHO für Amerika forderte laut Presseberichten der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation Tedros Adhanom Ghebreyesus die Mitgliedstaaten auf, alle ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu nutzen, um Finanzmittel für das Gesundheitswesen zu generieren und um die Effizienz zu verbessern. Hierbei bezog er sich laut Berichten auf die sog. „3 by 35“-Initiative der WHO. Hierbei handelt es sich laut WHO um eine „wichtige neue Initiative, die die Länder dazu auffordert, die realen Preise für Tabak, Alkohol und zuckerhaltige Getränke bis 2035 durch Gesundheitssteuern um mindestens 50 % zu erhöhen, um chronische Krankheiten einzudämmen und wichtige öffentliche Einnahmen zu generieren”. In einem Beitrag auf LinkedIn hob der Generalsekretär die „3 by 35 Initiative“ der WHO hervor und betonte: „Das ist ehrgeizig, aber es ist machbar, denn einige Länder tun dies bereits.“
Preiserhöhung als Präventionsmaßnahme?
Die Initiative „3 von 35“ kommt zu einer Zeit, in der laut WHO die Gesundheitssysteme durch steigende nichtübertragbare Krankheiten (NCDs), schrumpfende Entwicklungshilfe und wachsende Staatsverschuldung unter enormem Druck stehen. Nach WHO-Angaben entfallen mehr als 75 Prozent aller Todesfälle weltweit auf nichtübertragbare Krankheiten, einschließlich Herzkrankheiten, Krebs und Diabetes. Der Konsum von Tabak, Alkohol und zuckerhaltigen Getränken heize die Epidemie der NCDs an, schreibt sie weiter. Ein aktueller Bericht zeige, dass eine einmalige Preiserhöhung von 50 Prozent für diese Produkte 50 Millionen vorzeitige Todesfälle in den kommenden 50 Jahren verhindern könnte.
Die WHO verlinkt diese neue Kampagne „3 by 35“- mit ihrem bisherigen „Best Buys-Programm“ –, dessen Umsetzung den Mitgliedstaaten in ihrer Veröffentlichung „Saving Lives, Spending Less: The global investment case for noncommunicable diseases“ empfohlen wird. Bei alkoholischen Getränken soll sich auf drei Bereiche konzentriert werden: Steuern, Werbung und Beschränkungen der Verfügbarkeit. Zu den „Best Buys“ für Tabak gehören diese sechs: Steuern, grafische Warnhinweise/einheitliche Verpackungen, Werbeverbote, Rauchverbote, Massenmedienkampagnen und Entwöhnungsangebote.
RN/08. Oktober 2025
Quelle Karussellbild: pixabay/Padrinan
Erhöhung der Getränkesteuern in Vietnam
(Stand: Juni 2025)
Am 14. Juni 2025 hat die vietnamesische Nationalversammlung Berichten zufolge Änderungen an ihrem Gesetz über Sonderverbrauchssteuern verabschiedet. Das Gesetz, das am 1. Januar 2026 in Kraft treten soll, sieht vor, dass die Steuersätze für alkoholische Getränke mit einem Alkoholgehalt von 20 % oder mehr jährlich um 5 % auf 70 % im Jahr 2027 und auf 90 % im Jahr 2031 angehoben werden. Die Steuersätze für alkoholische Getränke mit einem Alkoholgehalt von weniger als 20 % werden bis 2031 60 % erreichen.
Nach der neuen Regelung werden auch alkoholfreie Getränke, die mehr als 5 Gramm Zucker pro 100 ml enthalten, mit einer Steuer von 8 % belegt, die bis zum 1. Januar 2027 aufgeschoben wird und 2028 auf 10 % angehoben wird. Ausgenommen von dieser Maßnahme sind Milch und Milchprodukte, Nahrungsergänzungsgetränke, natürliches Mineralwasser und abgefülltes Trinkwasser sowie 100-prozentige Gemüse- oder Fruchtsäfte.
Der WHO-Vertreter in Vietnam gratulierte der Regierung zur Erhöhung der Steuersätze auf alkoholische Getränke und Tabak sowie zur Einführung neuer Steuern auf zuckerhaltige Getränke und erklärte: „Die Reduzierung des Konsums dieser ungesunden Produkte wird die Gesundheit der Bevölkerung verbessern und damit auch die Erwerbsbeteiligung und Produktivität.“
RN/23. Juni 2025