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WHO

Erster Entwurf und Zeitplan für den WHO-Aktionsplan Alkohol

(Stand Juni 2021)
Das WHO-Sekretariat hat am 15. Juni 2021 den ersten Entwurf des Aktionsplans 2022 - 2030 zur wirksamen Umsetzung der Globalen Strategie zur Verringerung des schädlichen Alkoholkonsums veröffentlicht und wird eine webbasierte Konsultation einleiten. Damit ist termingerecht das Papier veröffentlicht worden, dass der WHO-Exekutivrat Anfang 2020 in Auftrag gegeben hatte.

Der weitere Terminplan sieht folgendermaßen aus:

Juni - August 2021: Die webbasierte Konsultation zum ersten Entwurf des Aktionsplans steht Mitgliedstaaten, UN-Organisationen und anderen internationalen Organisationen sowie nichtstaatlichen Akteuren offen. Alle eingegangenen relevanten Rückmeldungen werden auf der WHO-Website veröffentlicht. Eine Diskussion des ersten Entwurfs soll auf dem 3. WHO-Forum zu Alkohol, Drogen und Suchtverhalten stattfinden, an dem Fachleute aus den Mitgliedstaaten, Vertreter von UN-Einrichtungen, Organisationen der Zivilgesellschaft, WHO-Kooperationszentren und Hochschulen teilnehmen werden. Es ist auch eine Konsultation der Vertreter der Alkoholbranche (Produktion und Handel) vorgesehen, allerdings begrenzt auf ihren Beitrag zur Verringerung des schädlichen Alkoholkonsums im Rahmen ihrer Kernaufgaben.

August - September 2021: Eine informelle Konsultation mit den Mitgliedstaaten zum ersten Entwurf des Aktionsplans ist geplant. Des Weiteren sollen Sitzungen der WHO-Regionalkomitees stattfinden, um Änderungen des ersten Entwurfs zu diskutieren und um einen zweiten Entwurf des Aktionsplans auf der Grundlage der Rückmeldungen zum ersten Entwurf zu entwickeln.

September - November 2021: Veröffentlichung des technischen Berichts über den schädlichen Alkoholkonsum im Zusammenhang mit grenzüberschreitenden Marketing-, Werbe- und Verkaufsförderungsaktivitäten für Alkohol, einschließlich der Zielgruppen Jugend und Jugendliche, mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse und Schlussfolgerungen. Es soll ein formelles Treffen der Mitgliedstaaten zur Prüfung des zweiten Entwurfs des Aktionsplans stattfinden. Fertigstellung des Entwurfs des Aktionsplans unter Berücksichtigung der Rückmeldungen und Beiträge der Mitgliedstaaten und anderer Interessenträger während des Konsultationsprozesses. Ausarbeitung und Vorlage des Berichts durch das Sekretariat auf der 150. Tagung des Exekutivrats im Jahr 2022.

Über die Inhalte des Entwurfs werden wir in Kürze berichten.

Alkohol und Krebs – was jeder wissen muss – auch über die Hintergründe der WHO-Politik

(Stand Ende Mai 2021)
Eurocare organisierte am 25. Mai 2021 in Zusammenarbeit mit der European Cancer League, ECL, mit Unterstützung und aktiver Beteiligung der WHO-Europa ein Online-Seminar zum Thema Alkohol und Krebs – was jeder wissen muss. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Europäischen Woche gegen Krebs, EWAC, statt, einer Veranstaltung, die jedes Jahr Ende Mai mit dem Hauptziel organisiert wird, den Europäischen Kodex gegen Krebs zu fördern. WHO-Europa nutzte die Gelegenheit des Online-Seminars, um ein Informationsblatt zu Alkohol und Krebs mit einer neuen Graphik vozustellen, der Inhalt stammt jedoch aus dem Factsheet Alkohol und Krebs in der Europäischen Region der WHO – ein Appell für bessere Prävention, das bereits im November 2020 von der WHO-Europa veröffentlicht wurde.

 

Das Informationsblatt legt den Schwerpunkt auf die folgenden 5 Hauptbotschaften:

  1. Alkohol verursacht mindestens 7 Krebsarten.
  2. Die häufigsten alkoholbedingten Krebsarten sind bei Männern und Frauen unterschiedlich. Im Jahr 2018 war in der Europäischen Region der WHO Brustkrebs bei Frauen die häufigste Krebsart - aufgrund von Alkoholkonsum.
  3. Das Krebsrisiko durch Alkoholkonsum steigt ab dem ersten Drink. Alle Arten alkoholischer Getränke, einschließlich Bier, Wein und Spirituosen, können Krebs verursachen.
  4. Tabak- und Alkoholkonsum erhöhen das Krebsrisiko.
  5. Krebserkrankungen durch Alkoholkonsum sind vermeidbar. Durch Reduzierung des Alkoholkonsums können Krebserkrankungen vermindert werden. Dies kann am besten durch eine Politik der sog. best buys erreicht werden: Nutzung der Besteuerung zur Regulierung der Nachfrage nach alkoholischen Getränken, Einschränkungen der Verfügbarkeit von alkoholischen Getränken, umfassende Einschränkungen oder Verbote der Alkoholwerbung.

 

Der Dachverband der europäischen Weinbranche (vor allem der Weinkellereien, der Weinimporteure und Exporteure) CEEV hat sehr zurückhaltend auf dieses Online-Seminar reagiert und unter anderem kritisch auf folgendes hingewiesen:

  • Die WHO-Europa hat keine neuen Erkenntnisse präsentiert.
  • Die WHO-Europa wiederholt gebetsmühlenartig, dass es keinen sicheren Konsum alkoholischer Getränke gäbe. In diesem Zusammenhang behauptet WHO-Europa, dass 10 % der Krebsfälle in Verbindung mit einem moderaten Alkoholkonsum stehe.
  • Die WHO-Europa macht nicht deutlich, dass das Krebsrisiko durch Alkoholkonsum dosisabhängig ist und bei hohen Dosen steigt.
  • Die WHO-Europa geht überhaupt nicht auf drinking patterns (Konsumgewohnheiten) und deren Unterschiede bei den alkoholischen Getränken ein.
  • Die WHO-Europa nutzt die öffentliche Aufmerksamkeit bei der Krebsbekämpfung, um eine rigorose Alkoholkontrollpolitik auf den Weg zu bringen.

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