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politische ASPEKTE

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EU-PARLAMENT & EU-KOMMISSION

Europas Plan zur Bekämpfung von Krebs betrifft auch den Weinsektor:
Die EU-Organisationen der Weinbranche nehmen Stellung

(Stand Ende April 2021)
Die Europäische Kommission veröffentlichte am 3. Februar 2021 ihre Leitinitiative Europas Plan zur Bekämpfung von Krebs (siehe auch: Nachgeforscht März 2021), um die Mitgliedstaaten bei der Verbesserung der Krebsbekämpfung und -versorgung zu unterstützen.

Das übergeordnete Ziel des Krebsplans besteht darin, den Ansatz in jedem Schlüsselstadium der Krankheit zu verbessern: Prävention, Früherkennung, Diagnose und Behandlung sowie Verbesserung der Lebensqualität und des Managements von Krebs in der EU bei gleichzeitiger Verringerung der gesundheitlichen Ungleichheiten zwischen und innerhalb Mitgliedstaaten. Der Krebsplan umfasst in der Präventionsphase auch Maßnahmen zur Bekämpfung des schädlichen Alkoholkonsums.

Da die gesetzgeberische Kompetenz im Gesundheitswesen weitgehend bei den Mitgliedstaaten liegt, kann die Kommission nur indirekt ihr Ziel erreichen, indem sie die Mitgliedstaaten in deren Gesundheitspolitik unterstützt. Das hat sie auch für die Alkoholpolitik angekündigt, um ihr Ziel, bis 2025 den schädlichen Alkoholkonsum um mindestens 10% zu senken, zu erreichen. Die Kommission möchte dieses Ziel teilweise mit EU-regulatorischen Maßnahmen erreichen, die weitreichende Auswirkung für den Weinsektor haben könnten:

  • Überarbeitung der EU-Rechtsvorschriften für die Alkoholbesteuerung und für den grenzüberschreitenden Kauf von Alkohol durch Privatpersonen
  • Überprüfung der Absatzförderungsmaßnahmen der EU für alkoholische Getränke
  • Überprüfung der rechtlichen Rahmenbedingungen für die kommerzielle Kommunikation
  • verpflichtende Angabe der Liste von Inhaltsstoffen und der Nährwertdeklaration auf Etiketten alkoholischer Getränke (vor Ende 2023)
  • verpflichtende Angabe von gesundheitsbezogenen Warnhinweisen auf Etiketten (vor Ende 2023).

Stellungnahme des europäischen Weinsektors
Der europäische Weinsektor, der gemeinsam das Wine in Moderation-Programm entwickelt hat, unterstützt die europäische Initiative zur Bekämpfung von Krebserkrankungen. Dies trifft auch auf die Mitteilung der Kommission zu, die Reduzierung des schädlichen Alkoholkonsums in den Maßnahmenplan aufzunehmen. Denn es gibt wissenschaftliche Belege dafür, dass ein regelmäßiger übermäßiger Konsum von alkoholischen Getränken und Alkoholexzesse mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität aufgrund bestimmter Krebsarten verbunden sind. Der EU-Weinsektor ist deshalb fest entschlossen, insbesondere seine Präventionsaktivitäten im Rahmen des erfolgreichen Programms Wine in Moderation fortzusetzen, um einen verantwortungsvollen Weinkonsum zu fördern und den schädlichen Alkoholkonsum zu verringern.

 

Multifaktorielle Krankheit
Krebs ist eine multifaktorielle Krankheit. Das Risiko, daran zu erkranken, kann nicht isoliert betrachtet werden, sondern muss im Kontext von Kultur-, Trink-, Ess- und Lebensgewohnheiten bewertet werden. Alkoholische Getränke sind ein Risikofaktor unter vielen. Hierzu zählen unter anderem Rauchen (30%), Fettleibigkeit (20%), Infektionen (15%), mangelnde körperliche Aktivität, ungesunde Ernährung und berufliche Risiken (5%) sowie der missbräuchliche Konsum alkoholischer Getränke (3%). Letztere sind nicht an der Entwicklung aller Krebsarten beteiligt. Es ist notwendig, evidenzbasierte und wirksame Maßnahmen zu ergreifen, die diese Komplexität berücksichtigen. Nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen scheint der moderate Weinkonsum, insbesondere im Rahmen einer mediterranen Ernährung und in Verbindung mit anderen Faktoren eines gesunden Lebensstils, das Krebsrisiko im Allgemeinen nicht zu erhöhen.

 

Augenmaß bei staatlichen Reglementierungen nötig
Der Krebsplan der EU-Kommission schlägt eine Reihe von Maßnahmen zur Bekämpfung des schädlichen Alkoholkonsums vor. Dazu zählen auch Maßnahmen im Bereich der Besteuerung. Die Organisationen des europäischen Weinsektors betonen, dass sich die erwogenen Maßnahmen auf die Reduzierung des schädlichen Alkoholkonsums konzentrieren sollten. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung, die in Maßen konsumiert, sollte nicht durch allgemeine, also alle Konsumenten betreffende gesetzliche Regulierungen, belastet werden. Die Erfahrungen mit übertriebenen staatlichen Maßnahmen, wie hohe Alkoholsteuern, haben gezeigt, dass sie große Gefahren auf einem illegalen Alkoholmarkt mit sich bringen.

Die Kommission wird vor Ende 2023 eine obligatorische Angabe von Gesundheitswarnungen auf Etiketten für alkoholische Getränke vorschlagen. Nach Auffassung des europäischen Weinsektors sind noch Klarstellungen hinsichtlich der Umsetzung erforderlich. Dazu gehört unter anderem auch, in der Etikettierung eine Vereinbarkeit von Warnhinweisen mit dem moderaten Weinkonsum zu  berücksichtigen. Die Reduzierung des schädlichen Alkoholkonsums sollte das Hauptziel bleiben. Nach Auffassung des europäischen Weinsektors gibt es keinen Anlass dafür, die Werbung für Wein massiv zu beschränken. Wein ist kein ungesundes Produkt, wenn er moderat innerhalb einer gesunden Ernährung und Lebensweise konsumiert wird. Deshalb muss es darum gehen, den schädlichen Alkoholkonsum zu reduzieren und nicht den unschädlichen, moderaten Weinkonsum zu belasten. Dies ist auch bei der Ausgestaltung der Regeln für die kommerzielle Kommunikation zu berücksichtigen.

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