Trinkmuster

Wissenschaftlicher Überblick - Wissenschaftliche Datenlage zu gesunden Trinkmustern

Ein moderater Genuss alkoholischer Getränke geht mit einer verringerten Sterblichkeit einher. Das belegen zahlreiche Studien. Was als maßvoll zählt, richtet sich u.a. nach den individuellen körperlichen Voraussetzungen. So vertragen Frauen weniger Alkohol als Männer aufgrund ihrer körperlichen Konstitution (Körpergröße, Wassergehalt und geringere Aktivität des alkoholabbauenden Enzyms ADH). Als moderat gelten daher unterschiedliche Richtwerte: bis zu 20 g Alkohol / Tag für Frauen, bis zu 30 g Alkohol / Tag für Männer.

Allerdings kommt es nicht nur auf die Menge des Alkohols an, sondern auch auf die Art des konsumierten Getränks und vor allem das Trinkmuster, wobei insbesondere das mediterrane mit positiven Effekten einhergeht. 

Kennzeichen eines mediterranen Trinkmusters: 

  • moderater Konsum alkoholischer Getränke
  • über die Woche verteilter Verzehr
  • geringer Spirituosenkonsum
  • bevorzugter Genuss von Wein
  • Weinkonsum im Rahmen einer Mahlzeit
  • Vermeiden von Rauschtrinken

Der Konsum von Wein wirkt sich besonders günstig aus, wenn er im Rahmen einer Mahlzeit erfolgt: Die Sterblichkeit an z. B. Herz-, Gefäßkrankheiten und Krebs sowie die Gesamtsterblichkeit sinken einer britischen Studie zufolge signifikant. Werden nur die Trinkmengen berücksichtigt, steigt z.B. die Krebssterblichkeit deutlich (ab 200 g Alkohol / Woche). Bei gleichzeitig günstigen Trinkmustern liegt hingegen kein erhöhtes Sterberisiko vor (bis 300 g Alkohol pro Woche). 

Einen Einfluss hat auch die Getränkeart: Bei Weintrinkern liegt im Vergleich zu Konsumenten von Spirituosen, Bier oder Cider ein geringeres Sterberisiko vor. Auch die Erkrankungsraten für schwere Herz- und Gefäßereignisse sowie für Leberzirrhosen sind niedriger - unabhängig vom Gesamtkonsum. Die Präferenz für bestimmte alkoholische Getränke wirkt sich auch auf die Körperzusammensetzung aus. So wiesen z.B. Probanden einer britischen Studie, die Bier oder Cider bevorzugten, mehr Fettgewebe im Bauchraum auf. Zudem fand man bei Konsumenten, die Weißwein und Sekt bevorzugten, eine bessere Knochenmineraldichte. Es wird vermutet, dass der Genuss von Wein sich daher als hilfreich in der Prävention von Übergewicht und Folgekrankheiten, Osteoporose und Knochenbrüchen erweisen könnte.

Getränkepräferenzen korrespondieren darüber hinaus mit bestimmten Ernährungs-, Trink- und Lebensstilen. Auch diese haben natürlich einen Einfluss auf die Erkrankungs- und Todesrate. Während laut einer Studie bei Biertrinkern z.B. mehr Fertiggerichte, Fast-Food, Wurst, Chips, Zucker und Softdrinks auf dem Speiseplan stehen, sind es bei Weintrinkern häufiger gesunde Lebensmittel wie Obst(säfte), Gemüse, Fisch, Salate, Olivenöl und Getreideprodukte. 

Mit gesundheitlichen Risiken geht vor allem der überhöhte Konsum alkoholischer Getränke auf begrenzte Zeiträume, z.B. das Wochenende, einher. Durch „binge drinking“ (große Alkoholmengen zu einem Anlass), steigt das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkte und Schlaganfälle. Interessant ist, dass in mediterranen Ländern, in denen ein maßvoller Genuss praktiziert wird, auch Häufigkeit und Ausmaß eines Alkoholmissbrauchs durch Jugendliche niedriger sind als in vergleichbaren Altersgruppen Nordeuropas. 

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