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Variabel: Trinkmuster und Ernährungsqualität

Essen und Trinken halten nicht nur Leib und Seele zusammen: Ess- und Trinkmuster beeinflussen sich auch gegenseitig und sie verändern sich im Lauf eines Erwachsenenlebens. Allerdings bleiben solche Aspekte in Studien meist unberücksichtigt. Eine US-amerikanische Langzeit-Beobachtungsstudie hat erstmals das Ess- und Trinkverhalten im Zeitverlauf unter die Lupe genommen und zueinander in Beziehung gesetzt.

Verknüpfung von Ernährungs- und Trinkgewohnheiten
Analysiert wurden die Daten von knapp 5.000 Teilnehmern der amerikanischen Langzeitstudie „Framingham Heart Offspring Study“. Während der Studie wurden ab 1971 alle vier Jahre klinische und medizinische Untersuchungen vorgenommen sowie demografische Kennzahlen und Lebensstilfaktoren wie Rauchen, körperliche Aktivität und der Body-Mass-Index erhoben. Im Rahmen dieser Untersuchungen fand auch die Erhebung der Trinkmengen und -muster per Fragebogen statt. Ab 1991 erfragte man darüber hinaus alle vier Jahre die Ernährungsgewohnheiten. In die Auswertung flossen Daten bis zum Jahr 2008 ein, von rund 3.300 Teilnehmern lagen am Ende Angaben zu Ernährungs- und Trinkmustern vor.

Die Analysen über den Lebenslauf der Teilnehmer ergab folgende signifikante Trends:

  • Der Konsum alkoholischer Getränke insgesamt sinkt über die Jahre, hier von durchschnittlich 109 ml auf 65 ml wöchentlich.
  • Die Konsumhäufigkeit, gemessen als Anzahl der Tage pro Woche, an denen ein alkoholisches Getränk konsumiert wurde, sank ebenfalls.
  • Über die Jahre sank die Anzahl der Biere (à ca. 380 ml) und Cocktails (à ca. 45 ml Spirituose), die wöchentlich konsumiert wurden, um mehr als die Hälfte.
  • Im Gegensatz dazu stieg im Verlauf des Erwachsenenlebens die Zahl der Gläser Wein (à 125 ml) pro Woche um gut 50 % (von 1,4 auf 2,2).
  • Der Anteil der Konsumenten alkoholischer Getränke sank von 85 auf knapp 67 %, wobei in allen acht Untersuchungen moderate Konsummengen (bis 1 Drink/Tag für Frauen, bis 2 Drinks für Männer) dominierten. 
  • Die Anteile starker Konsumenten (> 7 Drinks/Woche für Frauen, > 14 Drinks für Männer) und von Binge-Trinkern (ab 4 Drinks/Anlass für Frauen, ab 5 Drinks für Männer) sanken im Lauf der Zeit erheblich.

Alles in allem lässt sich also im Lauf des Lebens eine Verringerung riskanter Trinkmuster bei beiden Geschlechtern erkennen.

Moderate Konsumenten: mehr Gemüse, Obst und Vollkornprodukte
Die ab 1991 erhobenen Ernährungsgewohnheiten zeigen über die Jahre allgemein sinkende Verzehrsmengen bei zuckergesüßten Getränken und einen steigenden Verzehr von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Diese günstigen Trends waren jedoch bei den Binge-Trinkern am wenigsten ausgeprägt. In dieser Gruppe und bei den starken Konsumenten fanden sich die ungünstigsten Essgewohnheiten. Die moderaten Konsumenten wiesen, wie auch Nichttrinker und Personen, die nicht zu den Binge-Trinkern gehören, über die Jahre die günstigsten Veränderungen im Essverhalten auf.
Diese Studie ist die erste, die nicht nur den Verlauf von Trink- und Essmustern vom mittleren bis zum hohen Lebensalter der Probanden verfolgte, sondern auch nach einer Beziehung zwischen diesen beiden Faktoren suchte. Sie ist zwar nicht repräsentativ, zeigt aber deutlich, dass Ess- und Trinkmuster nicht stabil sind und dass Trinkmuster und Ernährungsmuster zusammenhängen. Daher sollten nach Ansicht der Autoren Maßnahmen zur Gesundheitsförderung besser auf die jeweilige Altersgruppe zugeschnitten werden.

Quelle: Parekh, N et al.: Longitudinal dimensions of alcohol consumption and dietary intake in the Framingham Heart Study Offspring Cohort (1971-2008). British Journal of Nutrition 2021;125:685-694

 

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Trinkmuster

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