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Was uns verschiedene Studien sagen (können)

„Eine Studie hat gezeigt, …“ so ist es oft zu hören oder zu lesen. Was spontan überzeugend oder seriös klingen mag, bedarf jedoch einer genaueren Beschreibung. Denn es gibt viele verschiedene Studientypen, die sich nicht nur im Design, sondern auch in ihrer Aussagekraft unterscheiden. Und weil das gerade bei gesundheitlichen Themen sehr wichtig ist, erwähnen wir in diesem Newsletter immer, welche Art von Studie jeweils besprochen wird.

Im Zeitalter der evidenzbasierten Medizin zählt die bestmögliche wissenschaftliche Evidenz - nicht Meinungen einzelner Experten -. Dazu wurden und werden vielerlei Studien durchgeführt. Um sie richtig einordnen zu können, ist es hilfreich, die wichtigsten Studienarten und ihre Aussagekraft bzw. deren Grenzen zu kennen. Dies ist gerade bei einem so viel diskutierten Thema wie den gesundheitlichen Auswirkungen des Konsums alkoholischer Getränke unerlässlich. Deshalb legen nicht nur die Deutsche Weinakademie (DWA), sondern auch die Initiative Wine in Moderation (WiM) Wert darauf, dass ihre Äußerungen auf der aktuell bestmöglichen wissenschaftlichen Evidenz beruhen.

Die wichtigsten Studientypen der Gesundheitsforschung
Von den vielen möglichen Studientypen und wissenschaftlichen Kennzahlen - allein das Glossar der Fachbegriffe der evidenzbasierten Medizin umfasst über 60 Seiten - seien hier die wichtigsten zum Thema Wein und Gesundheit herausgegriffen. In der Gesundheitsforschung und Ernährungsmedizin überwiegen die EPIDEMIOLOGISCHEN STUDIEN. Die Epidemiologie ist eine wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der Verbreitung, den Folgen, möglichen Ursachen und Risikofaktoren gesundheitsrelevanter Fragestellungen in einer Bevölkerung(sgruppe) beschäftigt.

Darunter fallen

  • Querschnittsstudien, die jedoch nur erste Hinweise auf mögliche Zusammenhänge geben können, denn sie sind – ähnlich wie ein Urlaubsfoto – nur eine Momentaufnahme.
  • Fall-Kontroll-Studien, in denen man zum Beispiel das Trinkverhalten von Patienten mit und ohne eine bestimmte Erkrankung vergleicht, dienen nur der ersten Orientierung, denn sie sind sehr fehleranfällig.
  • Am aussagekräftigsten unter den epidemiologischen Studien sind prospektive Kohortenstudien, da sie Daten im Zeitverlauf sammeln und nicht rückblickend oder nur zu einem Zeitpunkt.

Beispielsweise können solche Studien untersuchen, ob es einen statistischen Zusammenhang (= Korrelation) zwischen dem Weinkonsum und dem späteren Risiko, an Diabetes zu erkranken gibt. Wird dabei gefunden, dass moderate Weintrinker seltener an Diabetes erkranken, dann ist dies ein wichtiger Hinweis auf einen möglichen Gesundheitsvorteil des moderaten Weingenusses. Es ist jedoch kein Beweis dafür, dass Weintrinken vor Diabetes schützt. Denn epidemiologische Studien sind nur beschreibender Natur (Beobachtungsstudien) und erlauben keine Aussage über eine mögliche Ursache-Wirkungs-Beziehung.

Gezielte Veränderungen erlauben weitergehende Aussagen
Für Ursache-Wirkungs-Analysen benötigt man KLINISCHE STUDIEN (Interventionsstudien), die die Auswirkungen gezielter Veränderungen untersuchen. So ließe sich beispielsweise überprüfen, ob eine gezielte Änderung des Lebensstils, der Ess- oder Trinkmuster Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Idealerweise gibt es bei solchen Studien eine Kontrollgruppe, die entweder keine Veränderung durchführt oder ein Placebo bekommt. Allerdings ist die Durchführung placebokontrollierter oder auch verblindeter Interventionsstudien im Bereich Wein und Gesundheit praktisch unmöglich, weil die Probanden den Unterschied schmecken würden und dann wüssten, in welcher Gruppe (Intervention oder Kontrolle) sie sind.

  • Als Goldstandard unter den Einzelstudien gilt die randomisiert-kontrollierte Studie (RCT), bei der die Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip (randomisiert) in die Interventions- oder die Kontrollgruppe gelost werden. Dies verringert die Fehlermöglichkeiten und erhöht so die Aussagekraft der Ergebnisse.
  • Auf der nächsthöheren Stufe stehen die systematischen Reviews. Das sind Übersichtsarbeiten, in denen die Ergebnisse mehrerer Einzelstudien nach festgelegten Kriterien zusammengefasst werden.
  • Werden nicht nur Ergebnisse gebündelt, sondern die Daten von Einzelstudien zusammengefasst und gemeinsam neu analysiert, handelt es sich um eine Meta-Analyse. Diese Studienform genießt das höchste Ansehen in Sachen Aussagekraft, vor allem, wenn es sich um Meta-Analysen von RCTs, den Goldstandard-Studien handelt.

Der Hinweis, dass es eine Studie zum Thema gibt, ist also keineswegs ausreichend für eine seriöse Aussage. Es sollte schon bekannt sein, um welche Art von Studie es sich handelt.

Quellen: Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V.: www.ebm-netzwerk.de/de/service-ressourcen/ebm-glossar, www.amboss.com/de/wissen/Grundlagen_wissenschaftlicher_Studien und Hilgers et al.: Einführung in die Medizinische Statistik. 2. Auflage Springer 2006, ISBN: 978-3-540-33943-4

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