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Kongress für Lebensstil, Ernährung, Wein & Gesundheit bestätigt die Existenz der J-Kurve

Vom 19. bis 20. Oktober 2023 trafen sich über 30 internationale Wissenschaftler in Toledo, Spanien, um die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse in den Bereichen Lebensstil, Ernährung, Wein und Gesundheit zu diskutieren. Mehr als 180 Teilnehmer aus der ganzen Welt kamen zu diesem ersten Kongress zusammen.

Beim vom "Wine Information Council" und "FIVIN (Fundación para la Investigacion del Vino y de la Nutrición)" initiierten Kongress, unter Schirmherrschaft der "Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV)", standen der Zusammenhang zwischen Lebensstil und Gesundheit im Fokus.

Die Referenten bestätigten bekannte wissenschaftliche Erkenntnisse mit neuen Studiendaten und stellten die neusten Erkenntnisse vor. Prof. Curtus Ellison (Prof. Emeritus, Boston University School of Medicine) schlussfolgerte, dass die „J-Kurve“ auch im Jahr 2023 noch ihre Gültigkeit hat. Aktuellen wissenschaftlichen Daten zufolge spielt moderater Konsum von Wein/alkoholischen Getränken eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung von koronaren Herzerkrankungen und Gesamtsterblichkeit. Diese J-förmige Beziehung zeigt an, dass moderate Konsumenten ein geringeres Sterberisiko haben als Abstinenzler und exzessive Trinker. Die Kurve wurde bereits in mehreren Meta-Analysen der letzten 20 Jahre festgestellt und in neueren Studien bestätigt. "Dieser Effekt scheint bei Wein stärker ausgeprägt zu sein als bei anderen alkoholischen Getränken", erklärte er. Die Behauptungen, jeglicher Konsum alkoholischer Getränke sei gesundheitsschädlich, würden nicht durch solide wissenschaftliche Evidenz gestützt.

Der Harvard Professor Ken Mukamal befasste sich mit der Methodik und Evidenz von Studien. Modellierungsstudien wie die Global Burden of Disease (GBD)- Studie unterscheiden nicht zwischen alkoholischen Getränken, erfassen keine Trink- und Ernährungsgewohnheiten und die Ergebnisse dieser Studien weisen deshalb eine große Variabilität auf.  Es sei wichtig, diese Einflussfaktoren, einschließlich sozioökonomischer Status, zu messen und zu kontrollieren. Um die wahren gesundheitlichen Effekte von alkoholischen Getränken mit höchster wissenschaftlicher Evidenz zu erfassen, seien klinische Studien nötig.

Diskutiert wurden außerdem die Auswirkungen mediterraner Ernährung, inkl. moderaten Weingenusses, auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Demenz. Es wurde deutlich, dass bei der Beurteilung von gesundheitlichen Aspekten neben Trink- und Ernährungsmustern, normalem Körpergewicht, Nichtrauchen, sozialem Umfeld, Schlaf und körperlicher Bewegung, auch Faktoren wie Glücklichsein und Hoffnung berücksichtigt werden sollten, die relevant für eine bessere Lebensqualität und eine höhere Lebenserwartung in guter Gesundheit sein können.

Zum Abschluss des Kongresses wurde betont, wie wichtig es sei, die wissenschaftliche Evidenz objektiv, leicht verständlich und unvoreingenommen zu weiterzugeben, damit Verbraucher informierte Entscheidungen treffen können. Warnhinweise scheinen nicht unbedingt zu einem verantwortungsvollem Konsumverhalten beizutragen, Aufklärung und Informationen können dies eher erreichen.

Das Fazit von Prof. Nicolai Worm, Vorsitzender des „Wine Information Councils“: "Ziel dieses Kongresses war es, die neusten Daten über Lebensstil, Ernährung, Wein und Gesundheit vorzustellen, und wir sind stolz auf den Erfolg ". Er fuhr fort: "Wir sind hocherfreut, dass wir so hochkarätige Redner begrüßen konnten, die die Validität der J-Kurve bezüglich des Konsums alkoholischer Getränke, der Gesamtsterblichkeit und kardiovaskulärer Erkrankungen erneut bestätigten. Die signifikante Rolle der mediterranen Ernährung bei der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und der Verringerung der Gesamtsterblichkeit wurde hervorgehoben. Zudem trägt sie zu einer längeren Lebenserwartung in besserer Gesundheit bei. Jedoch gibt es bei der Methodik von ernährungswissenschaftlichen Studien noch viel zu lernen, um die bestmögliche Evidenz zu erlangen, etwas, auf das wir uns in den kommenden Jahren sicherlich konzentrieren sollten".

Auf dem Kongress wurde ebenfalls eine Deklaration vorgestellt, die den vielen Wissenschaftler weltweit eine Stimme geben soll, die gewissenhaft, ehrlich und erfolgreich in den Disziplinen Lebensstil und Gesundheitsrisiken forschen, um eine ausgewogene wissenschaftliche Evidenz zu erzielen. Über dreißig Wissenschaftler unterzeichneten die "Lifestyle Matters"-Erklärung, die auch online zu finden ist. Alle Wissenschaftler, die diese Erklärung unterstützen möchten, sind eingeladen, sie zu unterzeichnen.

Der zweite Kongress über Lebensstil, Ernährung, Wein und Gesundheit wird 2025 in Italien stattfinden. Mehr Informationen finden Sie unter: www.lifestylewine2023.com

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Wissenschaftliche Veranstaltungen

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