Am 29.05.2026 trafen sich die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Weinakademie in Bonn.
Sitzung des Wissenschaftlichen Beirats
Im engen Austausch ging es unter anderem um die Definierung von Zielgruppen, welche der Wissenschaftliche Beirat - unter Leitung des Internisten und Diabetologen Prof. Dr. K. Rett - mit seiner ehrenamtlichen Arbeit ansprechen möchte. So soll der wissenschaftliche Diskurs im Rahmen verschiedener fachspezifischer Kongresse und Tagungen gefördert werden, um die KollegInnen für den differenzierten Forschungsstand zum Thema Wein und Gesundheit zu sensibilisieren.
Das unabhängige Gremium sucht immer auch den Kontakt zu WissenschaftlerInnen, die in keiner Verbindung zur DWA stehen, um sich auf dem Stand der Forschung zu halten.
Biometriker bestätigt DWA-Kurs
Wie komplex eine Evaluierung der aktuellen Studien ist, wurde durch den Gastvortrag des Biometrikers Prof. Dr. Walter Lehmacher deutlich. Als emeritierter Professor am Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Epidemiologie der Universität zu Köln befasste sich Herr Prof. Lehmacher mit der Statistik der aktuellen Studien (2020 – 2026) zum Thema Alkoholkonsum. Schwerpunkt waren diejenigen Originalarbeiten, die die WHO und DGE für ihre Aussage herangezogen hatten, dass schon ein Glas Wein schade. Er wies auf die Defizite zwischen der statistischen Analyse und darauf gründeten Schlussfolgerungen in einzelnen Publikationen hin. Sein Fazit: Die vorliegenden Studien rechtfertigen in keinem Falle die DGE-Empfehlungen; einige deuten gar auf positive Effekte im moderaten Bereich hin.
Des Weiteren wurde eine neue Geschäftsordnung des Wissenschaftlichen Beirats sowie ein in regelmäßigen Abständen publizierter Bericht über die Aktivitäten des Wissenschaftlichen Beirats verabschiedet. Beide Elemente sollen die Unabhängigkeit der MedizinerInnen und ExpertInnen untermauern.

Quelle: Deutsche Weinakademie
