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WISSENSCHAFT

Wissenschaftlicher Überblick

Lebensstilfaktoren Wein & Kaffee: weniger Gallensteine

In drei Studien konnte untersucht werden, ob die Art des alkoholischen Getränks einen Einfluss hat. Die Daten für Wein, Bier und Spirituosen fielen ähnlich aus.

Gallensteinleiden sind nicht nur schmerzhaft, sondern auch ein anerkannter Risikofaktor für Herz- und Gefäßkrankheiten, für die nichtalkoholische Leberverfettung, entzündliche Darmerkrankungen und Dickdarmtumoren. Bis zu 5 % der Männer in Europa und bis zu 6 % der jungen Frauen bis 30 leiden an Gallensteinen, in den USA sogar rund 17 % der Frauen und knapp 9 % der Männer. Risikosteigernd wirken sich das Alter, starkes Übergewicht und ein gestörter Zuckerstoffwechsel aus, während Kaffeegenuss das Risiko senkt. Auch alkoholische Getränke werden anhand etlicher Studien als risikosenkend diskutiert. Allerdings gibt es auch Untersuchungen, die keinen Zusammenhang fanden. Aus diesem Grund machten sich chinesische Wissenschaftler zur Aufgabe, einmal alle verfügbaren und relevanten Studien zusammenzutragen und sie zusammenfassend auszuwerten.

Analyse bestätigt linear sinkendes Risiko

In ihre Meta-Analyse gingen zehn Fall-Kontroll-Studien (*) als Fußnote und acht Kohortenstudien (**)  in die Analyse ein. Insgesamt kamen Daten von knapp 500.000 Teilnehmern aus vier Kontinenten zusammen: elf Studien stammten aus Europa, drei aus den USA und je zwei aus Ozeanien und Asien.

Die zusammenfassende Auswertung ergab, dass das Risiko für Gallensteine (Symptome, Ultraschallbefund oder Operation) bei Personen mit dem höchsten Konsum um signifikante 38 % geringer ausfällt als bei jenen mit dem geringsten Konsum (RR 0,62, 95 % CI 0,49 – 0,91). Da die Studien sehr unterschiedliche Konsummengen zugrunde legten, führten die Autoren anhand von sechs Studien auch eine Dosis-Wirkungs-Analyse durch. Sie ergab, dass das Gallensteinrisiko pro 10 g täglich konsumiertem Alkohol um 12 % sinkt.  

Vergleichbare Ergebnisse für Männer und Frauen

Für die Aussagekraft dieser Meta-Analyse spricht, dass die Ergebnisse auch in verschiedenen Untergruppen konsistent ausfielen. So war die Risikosenkung für Frauen (- 36 %) und Männer (- 43 %) ähnlich ausgeprägt, und auch das Studiendesign beeinflusste die Ergebnisse nicht. 

In drei Studien konnte untersucht werden, ob die Art des alkoholischen Getränks einen Einfluss hat. Die Daten für Wein, Bier und Spirituosen fielen jedoch ähnlich aus, mit signifikanten Risikosenkungen von 28 %, 36 % und 27 %. Dies spricht für einen Effekt des Alkohols per se, der beispielsweise über eine Steigerung des HDL-Cholesterins das Gallensteinrisiko senken könnte. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass hierzu mehr Forschung nötig ist, um eindeutige Aussagen treffen zu können.

Kein Freibrief!

Diese Meta-Analyse ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig eine sachliche, aber auch verantwortungsvolle Kommunikation bei gesundheitlichen Fragen und Wein ist. Denn selbstverständlich ist das Ergebnis kein Freibrief für große Trinkmengen. Denn die insgesamt geringsten Gesundheitsrisiken finden sich immer nur bei moderatem Konsum. Und dieser ist definiert mit bis zum 20 Gramm Alkohol pro Tag für Frauen und 30 Gramm für Männer, was etwa ein bis zwei Gläser Wein entspricht.  

*  Vergleich des Konsums von Personen mit und ohne Gallensteinleiden
** Beobachtung einer Personengruppe, die zu Studienbeginn nicht
     erkrankt ist

Quelle: Wang, J et al.: Alcohol consumption and risk of gallstone disease: a meta-analysis. European Journal of Gastroenterology & Hepatology 2017;29:e19-e28

Erstellt am
Trinkmuster Allgemeine Gesundheitsaspekte

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