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WISSENSCHAFT

Wissenschaftlicher Überblick

Demenz: Sinkendes Risiko bei moderatem Weingenuss

Zehn der identifizierten Studien eigneten sich für eine genauere Dosis-Wirkungs-Analyse. Darin fand sich ein signifikant vermindertes Demenzrisiko bei bis zu 7,5 Drinks pro Woche

Die Demenz gehört zu den am meisten gefürchteten Erkrankungen des Alters und sie ist weltweit auf dem Vormarsch. Doch sie ist kein unausweichliches Schicksal, denn immer mehr Studien zeigen, dass Lebensstilfaktoren wie Bewegung, Nichtrauchen, soziale Kontakte und eine mediterrane Ernährung dazu beitragen können, das Demenzrisiko zu verringern. Auch ein leichter bis mäßiger Konsum alkoholischer Getränke erwies sich in einigen Studien als sinnvoll. Allerdings erlaubte die große Vielfalt der methodischen Ansätze bisher keine klare Aussage über empfehlenswerte Mengen und darüber, ob es Unterschiede zwischen Wein, Bier und Spirituosen gibt. Eine neue Meta-Analyse schließt diese Lücken. 

Vorteil für Weingenießer

Chinesische Wissenschaftler trugen mithilfe einer Datenbankrecherche jene Studien zusammen, die über ausreichend valide Informationen verfügen und die nach Art der Getränke unterschieden, um nicht nur eine quantitative Auswertung vornehmen zu können, sondern auch nach einer Dosis-Wirkungs-Beziehung zu suchen. Es konnten elf Studien zu allen Demenzformen mit insgesamt über 73.000 Teilnehmern und mehr als 4.500 Demenzerkrankungen im Studienverlauf in die Berechnungen einbezogen werden. 

Die quantitative Auswertung (Getränke pro Woche) ergab eine J-förmige Beziehung zwischen dem Konsum alkoholischer Getränke und dem Risiko, an Demenz zu erkranken. Vor allem jüngere Senioren (< 60 Jahre) sowie Träger des Risikogens APOE4 profitierten von einem leichten bis moderaten Konsum. Konsummengen bis zu 14 Drinks wöchentlich gingen mit einem verminderten allgemeinen Demenzrisiko einher.  

Beim Vergleich der verschiedenen Getränke schnitt allerdings ausschließlich der Weingenuss vorteilhaft ab, mit einem um rund 40 % signifikant verringerten relativen Risiko gegenüber Abstinenz bzw. dem Verzehr anderer Getränke. Ein hoher Weinkonsum (mehr als 14 Drinks pro Woche) erbrachte dagegen keine Vorteile, ein hoher Bierkonsum ging mit erhöhtem Demenzrisiko einher. (siehe Abbildung)

Auf der Suche nach der richtigen Dosis

Zehn der identifizierten Studien eigneten sich für eine genauere Dosis-Wirkungs-Analyse. Darin fand sich ein signifikant vermindertes Demenzrisiko bei bis zu 7,5 Drinks pro Woche beziehungsweise bei bis zu 12,5 g Alkohol täglich, entsprechend etwa einem Achtel Liter Wein. Ab einem Konsum von mehr als 23 Drinks wöchentlich oder 38 g Alkohol täglich war das Demenzrisiko dagegen signifikant erhöht.  

Die Autoren weisen darauf hin, dass ihre Daten sehr gut mit den Erkenntnissen zu anderen Erkrankungen übereinstimmen. So sei eine Trinkmenge von bis zu 12,5 g Alkohol täglich nicht nur mit einem verminderten Demenzrisiko verbunden, sondern auch mit einem verminderten Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen, Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck.

Quelle: Xu, W et al.: Alcohol consumption and dementia risk: a dose-response meta-analysis of prospective studies. European Journal of Epidemiology 2017, doi: 10.1007/s10654-017-0225-3

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Trinkmuster Erkrankungen des Gehirns

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