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WISSENSCHAFT

Wissenschaftlicher Überblick

Alkoholische Getränke & Parkinson-Risiko

Nach dem jetzigen Stand der Forschung zeigt ein moderater Konsum von einem bis zwei Gläsern Wein keine positiven oder nachteiligen Effekte, wenn es um das Risiko einer Parkinsonerkrankung geht.

Bei der Parkinson-Krankheit (früher auch: Schüttellähmung) kommt es zu einem langsam fortschreitenden Verlust an Nervenzellen, der insbesondere jene Teile des Gehirns betrifft, die für unsere motorischen Fähigkeiten zuständig sind. Meist tritt sie in der 6. Lebensdekade auf, weltweit ist etwa ein Prozent der Menschen über 60 betroffen. Damit ist Parkinson die zweithäufigste unter den neurodegenerativen Hirnerkrankungen. Da die verfügbaren Medikamente nur lindernd und aufschiebend, jedoch nicht heilend wirken, erforscht man auch Lebensstilfaktoren, die das Krankheitsrisiko beeinflussen können. Dazu gehört auch der Konsum alkoholischer Getränke. 

Daten von 1,3 Millionen Frauen 
Für die „Million Women Study“ wurden rund 1,3 Millionen Britinnen ab Ende der 1990er Jahre zu verschiedenen Lebensstilfaktoren wie Rauchen, körperlicher Aktivität, dem Konsum verschiedener alkoholischer Getränke und Body-Mass-Index (BMI) befragt, ebenso zu ihrer Krankheitsgeschichte. Auch Daten zum Bildungsstand und soziale Kennzahlen wurden erhoben.   

Nach 14 Jahren erfolgte eine zweite Befragung zu den Trinkgewohnheiten; die Beobachtungszeit der Studie endete nach durchschnittlich 17 Jahren. Ob die Krankheit diagnostiziert wurde oder ob eine Patientin an den Folgen verstorben war, wurde anhand nationaler Krankheits- und Sterberegister abgeglichen.  

Nach Ausschluss der „Sick Quitters“: Kein Zusammenhang
Etwa die Hälfte der Befragten gab zu Studienbeginn an, keinen oder weniger als einen Drink pro Woche (entsprechend rund 10 g Alkohol) zu konsumieren. Im Vergleich zu den Frauen, die sich einen bis zwei Drinks wöchentlich gönnten, hatten sie ein leicht (+13 %), jedoch signifikant erhöhtes relatives Risiko, an Parkinson zu erkranken. Daraus sollte jedoch nicht geschlossen werden, dass Abstinenz das Parkinson-Risiko erhöht. Denn bis zu sechs von sieben dieser „Nichtkonsumentinnen“ waren keine lebenslangen Abstinenzlerinnen, sondern eher „sick quitters“. Darunter versteht man Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen aufgehört haben, alkoholische Getränke zu sich zu nehmen.  

Da dieser Umstand zu erheblichen Verzerrungen der Studienergebnisse führen kann, schlossen die Autoren diese Teilnehmerinnen aus und analysierten im weiteren Verlauf nur jene, die regelmäßig alkoholische Getränke konsumieren. Als Vergleichsgruppe dienten diejenigen, die 1-2 alkoholische Getränke pro Woche konsumierten.  

Dabei zeigte sich, dass der Konsum alkoholischer Getränke das Risiko, an Parkinson zu erkranken, nicht beeinflusst. Eine zweite Befragung zum Trinkverhalten nach 14 Jahren Studiendauer bestätigte dies: Auch zu diesem Zeitpunkt fand sich kein Zusammenhang.  

Spielt die Getränkeart eine Rolle?'
Frühere Studien hatten Hinweise auf einen günstigen Einfluss von Bier gefunden. Dies konnte in der großen Frauenstudie jedoch nicht bestätigt werden; im Gegenteil, es waren keine Zusammenhänge mit der Getränkeart erkennbar. Nach dem jetzigen Stand der Forschung zeigt ein moderater Konsum von einem bis zwei Gläsern Wein (oder anderen alkoholischen Getränken) keine positiven aber auch keine nachteiligen Effekte, wenn es um das Risiko einer Parkinsonerkrankung geht.

Quelle: Kim, IY et al.: Alcohol Intake and Parkinson’s Disease Risk in the Million Women Study. Movement Disorders, November 2019, doi: 10.1002/mds.27933

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Allgemeine Gesundheitsaspekte

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