Organfettdepots: Wein punktet auch bei dieser J-Kurve

J-Kurve heißt: Bei moderatem Konsum sind Gesundheitsrisiken am geringsten, bei Abstinenz und hohem Konsum steigen sie. Dieser Verlauf wurde konsistent gezeigt, insbesondere bei moderatem Weinkonsum. Da auch zu viel Körperfett Krankheitsrisiken steigert und weil es verschiedene Fettdepots mit unterschiedlichen Risikoprofilen gibt, untersuchte man jetzt, ob die Beziehung zwischen dem Konsum alkoholischer Getränke und den gefährlichen Depots ebenfalls einer J-Kurve folgt.

Organfettdepots: Wein punktet auch bei dieser J-Kurve
Auch wenn gelegentlich noch darüber gestritten wird: Die Beziehung zwischen dem Konsum alkoholischer Getränke, insbesondere von Wein, und dem Risiko für Herz- und Gefäßkrankheiten folgt sehr konsistent einer J-förmigen Kurve. Das bedeutet, dass die geringsten relativen Risiken bei leichtem bis moderatem Konsum zu beobachten sind, dass die Risiken jedoch bei Abstinenz leicht und bei hohem Konsum deutlich ansteigen. Fettdepots, die sich außerhalb des Fettgewebes angesammelt haben, werden als ektopes Fett bezeichnet. Sie gelten als unabhängige Risikofaktoren für Herz- und Gefäßkrankheiten. Da erhebt sich die Frage, ob es auch eine Beziehung zwischen dem Konsum alkoholischer Getränke und diesen „Fettdepots am falschen Ort“ gibt.

Ektopes Fett: Fett, wo es nicht hingehört
Das menschliche Fettgewebe unter der Haut (das sukutane) ist der physiologische Ort für Fettreserven, die uns in Notzeiten, während der Nacht und zwischen Mahlzeiten als wichtige Energiequellen dienen. Doch bei langfristig überkalorischer Nahrung und bei hohem Konsum leicht verwertbarer Kohlenhydrate (Zucker und Stärke) können sich Fette auch in und um andere Organe ein- und anlagern. Dies betrifft oft zuerst die Leber, es kann jedoch auch das Herz, die Räume zwischen den Muskeln und das Innere des Bauchraumes (viszerales Fett) betreffen. Das Problem: Diese sogenannten ektopischen Fettdepots sind sehr unbeständig, sie neigen zu Entzündungen und sie schädigen langfristig die Funktion der Organe.

US-amerikanische Wissenschaftler nutzen jetzt die Daten einer multiethnischen Querschnittstudie, um die Zusammenhänge zwischen dem Konsum alkoholischer Getränke und dem Volumen diverser Fettdepots zu untersuchen. Dazu standen ihnen neben den Angaben zum Getränkekonsum aus Fragebögen die computertomografischen Aufnahmen des Brustkorbs (6.756) und des Rumpfes (1.934) von Probanden und Probandinnen zur Verfügung.

Nur leichter und moderater Konsum geht mit günstiger Fettverteilung einher
Nachdem wichtige Einflussfaktoren wie das Alter, Rauchen und weitere Risikofaktoren für Herz- und Gefäßleiden statistisch berücksichtigt worden waren, zeigte sich folgendes: Im Vergleich zu lebenslanger Abstinenz fanden sich bei leichtem (bis 1 Drink à 10 g Alkohol/Tag) bis moderatem Konsum (1 bis 2 Drinks täglich) die geringsten ektopen Fettdepots, insbesondere im Herzen und in der Leber.

Bei hohem Konsum alkoholischer Getränke fielen die ungünstigen Fettdepots im Herzen und in der Leber deutlich größer aus. Und damit verläuft der statistische Zusammenhang zwischen dem Konsum alkoholischer Getränke und den ungünstigen ektopen Fettdepots ebenso wie auch die Risiken für Herz- und Gefäßleiden J-förmig. Die ektopen Fettverteilungsmuster könnten daher die verringerten relativen Risiken bei leichtem bis moderatem Konsum erklären helfen. Zumal ein moderater Konsum auch mit geringerem Unterhautfett und mit einem niedrigeren Body Mass Index korrelierte.

Moderater Weinkonsum auch hier der Gewinner
Weinliebhaber wird freuen, dass in der MESA-Studie auch nach den Getränkepräferenzen gefragt wurde und dass ein leichter bis moderater Weinkonsum in Sachen ektopes Fett, aber auch beim Unterhautfett und dem Body Mass Index am besten abschnitt.

Da es sich bei dieser Publikation um eine Querschnittstudie handelt, dürfen keine Ursache-Wirkungs-Belege aus ihr abgeleitet werden. Ihre Ergebnisse stützen jedoch andere Erkenntnisse, wonach ein leichter bis moderater Weinkonsum mit einem gesunden Lebensstil und guter Gesundheit einhergehen kann.

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Quelle: Kazibwe, R et al.: Association between alcohol consumption and ectopic fat in the Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis. Journal of the American Heart Association 2023;12:e030470

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Quelle: Canva

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