Wein zum Essen: geringeres Diabetesrisiko

Dass das Risiko, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln, bei regelmäßigen Weintrinkern geringer ausfällt, ist schon bekannt. Auch kontrollierte Interventionsstudien, die als Goldstandard in der medizinischen Forschung gelten, sprechen dafür, dass sich ein moderater Konsum, insbesondere von Wein, hier günstig auswirkt. Eine neue Auswertung der britischen Biobank-Studie bestätigt nun, dass insbesondere der Genuss zum Essen zu empfehlen ist.

Wein zum Essen: geringeres Diabetesrisiko
Die britische Biobank-Studie hat den Vorteil, dass sie sehr groß ist: Für sie konnten zwischen 2006 und 2010 rund eine halbe Million Erwachsene aus England, Wales und Schottland gewonnen werden. Daher kann sie auch Angaben zu differenzierteren Fragestellungen liefern, zum Beispiel dazu, ob der Einfluss verschiedener alkoholischer Getränke auf das Risiko, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln, auch davon abhängt, ob diese gewöhnlich im Rahmen einer Mahlzeit getrunken werden oder nicht. Genau dieser Frage gingen amerikanische Forscher nun nach, indem sie untersuchten, wie sich das Diabetesrisiko in den verschiedenen Untergruppen des Konsums der britischen Probanden entwickelt hat.

Über 300.000 Datensätze ausgewertet
Für diese Analyse standen die Daten von 312.388 Teilnehmern zur Verfügung, die zu Studienbeginn angegeben hatten, alkoholische Getränke zu konsumieren. Zudem sollten sie nicht an Diabetes, Krebs oder kardiovaskulären Erkrankungen leiden und die Frauen sollten nicht schwanger sein. Anhand von Fragebögen wurden neben den Ernährungsgewohnheiten, dem Raucherstatus und dem Ausmaß der körperlichen Bewegung folgende Kennzahlen zum Konsum alkoholischer Getränke erhoben:

  • Art: Wein, Bier und Spirituosen
  • Häufigkeit und Anzahl der Drinks, die dann in Alkoholmengen umgerechnet wurden (1 Drink entsprechend 8 g Alkohol,125 ml Wein ca. 13 g Alkohol)
  • ob die Getränke gewöhnlich zu einer Mahlzeit konsumiert werden
  • ob der Konsum aus gesundheitlichen Gründen reduziert worden ist.

Die letzte Frage diente dazu, lebenslang Abstinente und Ex-Konsumenten von dieser Analyse auszuschließen, da sie zu einer unerwünschten Verzerrung der Ergebnisse führen könnten.

Ideal zur Diabetesprophylaxe: Wein in moderater Menge zum Essen
Mithilfe von Arztberichten und Krankenhauseinweisungen konnten die Wissenschaftler nach rund 11 Jahren die Diabetesdiagnosen in Beziehung zu den Konsumgewohnheiten setzen. Dabei wurde deutlich, dass sich ein moderater Verzehr alkoholischer Getränke ausschließlich dann günstig auswirkt, wenn er im Rahmen einer Mahlzeit erfolgt. Bei näherem Hinsehen zeigte sich dann, dass der günstige Effekt des Trinkens zur Mahlzeit hauptsächlich bei Weinkonsum zu finden ist.

Zwischen der konsumierten Alkoholmenge insgesamt und der Wahrscheinlichkeit, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln, fand sich eine U-förmige Beziehung. Am geringsten war das Risiko bei etwa 150 g pro Woche. Wurde nach der Getränkeart unterschieden, schnitt der Wein auch hier wieder besonders günstig ab: Wurde mehr Wein getrunken, bis 250 g Alkohol wöchentlich, entsprechend bis zu 300 ml Wein pro Tag, sank die Diabeteswahrscheinlichkeit weiter.

Ist Wein nur ein Marker oder der „Macher“?
Auch verschiedene Risikomarker für eine diabetische Erkrankung wiesen in die gleiche Richtung: So sanken bei maßvollem, regelmäßigem Konsum die Werte für den Langzeitzucker (HbA1c) sowie der Entzündungsmarker CRP (C-reaktives Protein). Bei zunehmendem Weingenuss sank das CRP, während es bei Bier- und Spirituosenkonsumenten mit der Dosis anstieg.

Natürlich kann auch diese Studie nicht endgültig beweisen, ob regelmäßige Weintrinker deswegen seltener an Typ-2-Diabtes erkranken, weil sie einen insgesamt gesünderen Lebensstil und vernünftigere Trinkmuster pflegen als Menschen, die andere Getränke präferieren, oder ob es tatsächlich am Wein und seinen Inhaltsstoffen liegt. Da jedoch auch die Risikomarker für Diabetes vor allem mit zunehmendem Weingenuss sanken, kann der Wein an den positiven Effekten nicht unschuldig sein. Und wie auch diese große Studie bestätigt, genießt man ihn idealerweise zu einem guten Essen.

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Quelle: Ma, H et al.: Moderate alcohol drinking with meals is related to lower incidence of type 2 diabetes. American Journal of Clinical Nutrition 2022, doi: 10.1093/ajcn/nqac207

 

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