Kolumne
NACHGEFORSCHT

Wissenschaftlicher Überblick

November 2017

Griechisch-deutsche Erfolgsgeschichte - Oliven und Wein.

Der altgriechische Ausdruck Symposion steht für „geselliges (Wein-)Trinken umrahmt von philosophischen Reden“. Mit Symposien huldigte man den Göttern, allen voran dem Dionysos. Warum sich aus der ursprünglichen Bedeutung der Begriff Symposium für  wissenschaftliche Konferenzen entwickelt hat, lässt sich nur erahnen.  

Das mazedonische Chalkidiki, ganz in der Nähe von Aristoteles Geburtsort, war Schauplatz des Kongresses über mediterrane Ernährung und Gesundheit. Nicht nur aber auch wegen dieser eindrucksvollen Umgebung mit Sonne, Meer und Lebensfreude ließen sich die renommiertesten Forscher aus aller Welt nicht lange bitten. Auf Initiative einer Wissenschaftsgruppe aus Harvard-Professoren präsentierten sie hochkomplexe biochemische und medizinische Daten zu mediterraner Kost. Die Säulen dieser Ernährungsform sind neben Obst und Gemüse vor allem Olivenöl und Wein. Allen gemeinsam ist die Vielfalt an Polyphenolen. Diese antioxidativen Substanzen sind die Hauptakteure der positiven physiologischen Wirkungen auf Kreislauferkrankungen, Diabetes und Demenz. Beim Olivenöl ergänzt das günstige Fettsäuremuster synergistisch die Phenolwirkungen, beim Wein der Alkohol, weshalb diesen beiden eine übergeordnete Rolle zukommt.

Harte Forschungsergebnisse sind das Lebenselixier für die Aussagen zum gesundheitlichen Nutzen von Wein. Auch wenn Werbung mit diesen Eigenschaften nicht (mehr) erlaubt ist, heißt es nicht, dass es diese nicht gibt. Im Gegenteil. Die aktuelle wissenschaftliche Lage stützt das Glas Wein zum Essen als förderlich im Rahmen eines gesunden Lebensstils. Moderat vorausgesetzt. Daran blieb auch nach diesem Symposium kein Zweifel.

Nun können nicht alle am Mittelmeer leben. Aber die mediterrane Ernährung funktioniert auch kontinental, z.B. mit Polyphenollieferanten, wie Obst, Gemüse und Wein aus deutschen Landen. Dazu bestes griechisches Olivenöl, das man - EU und Globalisierung sei Dank - auch überall zwischen Nord-, Ost- und Bodensee findet. Das Olivenöl ist konkurrenzlos, aber Griechenland kann diese Unterstützung mit Blick auf das Bruttosozialprodukt sicher brauchen.

Über die harten Daten hinaus wurde deutlich, dass die „mediterrane Ernährung“ mehr ist als die Auswahl bestimmter Lebensmittel. Sie wird zunehmend definiert als Lebensstil, der regionale Produkten nicht nur aus Gesundheits- sondern auch aus Gründen der Nachhaltigkeit bevorzugt. Das Ganze wird perfektioniert mit körperlicher Aktivität und Lebensfreude. Beides zeigte sich auch am Kongressabend, als die heimischen Organisatoren sogar die tagsüber so gestrengen Harvard-Wissenschaftler zum Sirtaki baten.

Da Chalkidiki die Region mit den besten Oliven ist und die innovativen Weingüter zunehmend von sich reden machen, stießen die Fachbesuche auf großes Interesse der Kongressteilnehmer. Gastfreundschaft und Lebenslust strahlten um die Wette mit den mediterranen Köstlichkeiten, die wir vor Ort verkosten durften. Erstaunlicherweise hatten die Weingüter immer auch Oliven im Sortiment und die Olivenbauern Wein. Eine runde Sache.

Ob wir Deutschen das mit der überschäumenden Lebensfreude hinkriegen, ist fraglich. Wenn der Klimawandel so weiter geht, wäre zumindest eine Option, Olivenbäume auf offen gelassenen Steillagen zu pflanzen.

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