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Zu Gast bei Goethe

Die Präsidentin des Lions Club Hamburg-Altona, Frau Dr. Ursula Engel, hatte gemeinsam mit der Deutschen Weinakademie Ende April zu einem besonderen Abend nach Hamburg eingeladen.

Das passende Ambiente lieferte der Röperhof - ein Reet gedecktes Bauernhaus von 1759 und somit 10 Jahre nach Goethes Geburt erbaut. Denn „Goethe und Wein“ war das Thema des Abends. Für den großen deutschen Dichter waren Essen und Trinken ein  Lebenselixier und Inspiration. Goethe liebte es zu tafeln und war ein ausgesprochener Weinkenner und Genießer.

Der Weinkenner und Goethe-Fan Dr. med. Gerhard Kreuter aus Bad Neuenahr-Ahrweiler, der die DWA 20 Jahre lang als wissenschaftlicher Beirat unterstützte, entführte die Gäste in Goethes Zeit und dessen persönliche Philosophie von Wein, Genuss und Gesundheit. Viele Anwesende waren überrascht, welche Thesen mit den aktuellen medizinischen Erkenntnissen noch vereinbar oder belegbar sind.  

Mit drei bis fünf Liter Tagesration entsprach Goethes Weinkonsum allerdings keineswegs den heutigen Vorstellungen vom moderaten Konsum. Auch wenn man einberechnet, dass die Weine der damaligen Zeit nur halb so viel Alkohol enthielten wie heutzutage, war dies nach unseren Maßstäben eindeutig zu viel. Aber der Geheimrat, dessen Leben ohne Wein kaum vorstellbar gewesen wäre, befand, im Wein lägen „produktivmachende Kräfte“. Manch einer schlafe seinen Rausch aus, „meiner steht auf dem Papier“. Seine Werke sprechen für sich. 

Die korrespondierenden Goethe-Weine waren von der Deutschen Weinakademie ausgesucht worden und wurden von Frau Dr. Claudia Stein-Hammer vorgestellt. Bekanntlich liebte Goethe nicht nur die Rheingauer, sondern auch die Frankenweine, die ein Würzburger Stein und ein  fränkischer Silvaner aus dem Sommeracher Katzenkopf repräsentierten.  

Auf der eindrucksvollen kulinarischen Reise passte ein 2016er Weimarer Poetenweg Sauvignon Blanc „Werkstück Weimar“ ebenso gut wie der rheinhessische Spätburgunder aus dem Ingelheimer Sonnenhang zum Lebensweg Goethes. Letzteren erwähnte der Geheimrat bei einem Besuch in Ingelheim mit den Worten, dass er sich hier auf die Suche nach dem „legendären Rothen“ befände. 

Eine Rarität, eine 2011er Rheingauer Riesling Spätlese vom Schloss Johannisberg erinnerte an einen anderen „Elfer“, dem Goethe 200 Jahre zuvor ein poetisches Denkmal gesetzt hatte: in seinem „Lied vom Eilfer“ besang er die 1811er Spätlese aus dem „übermäßig schönen Rheingau“ als „legendären Jahrgang“.

Auch für die DWA, die sich hauptsächlich mit Wissenschaft und Wine in Moderation beschäftigt, war dieser Goethe-und-Wein-Abend etwas ganz Besonderes. Davon zeugte auch die Begeisterung der 100 Gäste – unter Ihnen die amtierende Altonaer Bürgermeisterin Frau Dr. Liane Melzer.

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