Pionier*innen
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Pionier*innen der Weinkultur

Ungemach, Peter

* 1786 in Oberschwarzach; † 1852 in Würzburg
Peter Ungemach studierte an der Universität Tübingen. Nach Tätigkeiten bei der Stadtverwaltung in Würzburg wechselte er 1825 als Rentamtmann zum Bürgerspital zum Hl. Geist, wo er weitschauend für die Stiftung gewirkt und sich um das Weingut verdient gemacht hatte.

Warum zählen wir ihn zu den Pionieren der Weinkultur?
Ungemach war ein Wegbereiter für einen fortschrittlichen, qualitätsorientierten Weinbau in Franken. Er setzte sich unter anderem für einen sortenreinen Anbau ein. Er förderte den Anbau der Qualitätssorten wie Ruländer, Traminer, Riesling und Schwarzklävner, zugleich führte er systematische Mostwägungen als Voraussetzung für Qualitätsbeurteilungen ein. Bemerkenswert auch seine Idee, die Weine in vier Gattungen zu kategorisieren: süße und Ausbruchweine, markige Weine, trockene Weine und Schaumweine.

Unter markigen Weinen verstand er:
„Markige Weine sind solche, welche zwischen den süßen und trockenen Weinen in der Mitte stehen, und weder die vorherrschende Süßigkeit der ersteren, noch das pikante der letzteren, sondern mehr Körper – Mark – als diese haben.“

Seine soziale Einstellung und sein Engagement für die Allgemeinheit sind Ausdruck seiner außergewöhnlichen Persönlichkeit. Im Jahr 1825 hatte er eine Schrift veröffentlicht, um eine Ablösung des Weinzehnts anzuregen, da diese nicht mehr zeitgemäße Abgabe den Winzerstand schwer belastete.

Auf seine Initiative ist die Gründung des ersten fränkischen Weinbauvereins im Jahr 1836 zurückzuführen. Er war für lange Zeit Sekretär dieses Vereins und zeitweise auch Sekretär des landwirtschaftlichen Vereins für Unterfranken und Aschaffenburg. Die fränkischen Weinbau-Jahrbücher hat er redigiert und beachtenswerte Beiträge selbst verfasst. In dieser Zeit standen weinbauliche Aspekte im Vordergrund, aber er veröffentlichte 1837 auch einen Beitrag über die gesunden Wirkungen des Frankenweines und über seinen Werth in dem Auslande in älteren Zeiten von Phil. Heffner. Vor allem glaubte er daran, dass mit Hilfe seiner Jahrbücher ein Erfahrungsaustausch unter den Winzern organisiert werden könnte:

„[..] dass die denkenden Weinbauer und Weinbaufreunde am Maine in denselben einen Vereinigungspunkt erkennen möchten, wo sie, wie in einem Gesellschaftssaale, mit zweckmäßiger Benützung des oben angegeben früheren Planes des Verfassers, ihre Ansichten, Versuche und Resultate austauschen, durch gegenseitige Mitteilung und Erörterung neue Ideen wecken, neue Versuche veranlassen, neue Resultate gewinnen können."

Was heute das Internet ist, waren damals die Jahrbücher in einer Abfolge loser Hefte. Sein Plan aus dem Jahr 1833, in Verbindung mit den vorzüglichsten Önologen Deutschlands eine Zeitschrift mit dem Titel Der Deutsche Weinbau herauszugeben, gelang erst Prof. Adolph Blankenhorn rund vierzig Jahre später.

Wer mehr über Peter Ungemach erfahren will, dem empfehlen wir:

Quellen
  • Biographie der Gesellschaft für Geschichte des Weines
  • Frieß, Rudolf: „150 Jahre Fränkischer Weinbauverband“, Würzburg (1986)
  • Jahrbücher des Fränkischen Weinbau-Vereins: in zwanglosen Heften; Drittes Heft Würzburg (1835 - 1840)
  • Ungemach, Peter: „Ansichten über die Ablösung der Zehente überhaupt, und des Weinzehntes insbesondere: Zur Beherzigung für Zehentherrn und Zehent-Pflichtige“, Würzburg (1825)

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