Pioniere/innen
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Zuckmayer, Carl

* 1896 in Nackenheim; † 1977 im schweizerischen Wallis

Carl Zuckmayer war ein deutscher Schriftsteller. Er wurde 1896 in Nackenheim geboren und starb 1977 im schweizerischen Wallis. Dazwischen lagen Teilnahme am ersten Weltkrieg, schriftstellerische Produktivität, Berufsverbot, Flucht vor den Nazis, Emigration nach Übersee, Rückkehr, neue Schaffensperiode, Ehrungen und Übersiedlung in die Schweiz.

Zu seinen größten Erfolgen gehörten die Theaterstücke Der Hauptmann von Köpenick (1931) und Des Teufels General (1946). Viele seiner Veröffentlichungen fanden ein großes Publikum, so auch die Novelle Die Fastnachtsbeichte im Jahr 1959. Seine 1966 erschienene Autobiografie Als wär’s ein Stück von mir ist ein Longseller auf dem Buchmarkt. Keine Frage, ein bedeutender Schriftsteller.

Was spricht dafür, ihn zu den Pionieren der deutschen Weinkultur zu zählen?
Wir könnten es uns einfach machen und darauf verweisen, dass er bereits 1955 den Deutschen Weinkulturpreis erhalten hat. Die Juroren werden dabei insbesondere an seinen ersten Bühnenerfolg gedacht haben, an das Theaterstück Der fröhliche Weinberg (1925), eine derbe, übersprudelnde, lustige Komödie aus seiner rheinhessischen Heimat. Das Stück war der größte deutsche Theatererfolg in den 1920er Jahren.

Seine Weinaffinität begann mit der Geburt. Seine Eltern waren Eigentümer einer Flaschenkapselfabrik in Nackenheim, die viel später als Vereinigte Kapselfabrik von der Familie von Opel geführt wurde. Seine Heimatgemeinde Nackenheim wurde durch Der fröhliche Weinberg deutschlandweit bekannt – und die Einheimischen waren über die Darstellung der Zustände in der Gemeinde nicht erbaut. Sie drohten ihm sogar Prügel an. Dabei liebte er seine Heimat und insbesondere den rheinhessischen Wein:

„Wir pflegten früher Weine ganz unfachlich, rein stimmungsmäßig, einzuteilen in Gesprächsweine, Schweig-Weine, Streit-Weine, Grübel-Weine, Liebes-Weine und so weiter – die Rheinhessen-Weine galten uns damals schon als „Lach-Weine“, oder auf höherer Stufe als „Mozart-Weine“.

Er war nicht nur ein begnadeter Schriftsteller, sondern auch ein Weinkenner und Genießer. Seine Weinphilosophie hat er in dem Essay Was weiß die Welt über Wein niedergeschrieben:

„In meiner Jugend pflegte ich den Wein in lyrischen Gesängen zu feiern, von denen ich heute sagen muss, dass sie mir nicht besonders gelungen sind. […] wenn ich mich über den Wein schriftstellerisch äußern soll, so dürfte sich das in weniger hymnischen Formen vollziehen, dafür vielleicht in respektvolleren: den Ernst und die Würde, den Wesens- und Sinngehalt dieser schwer erworbenen Gabe in ihrer heiteren Schenkung mitbegreifend.“

Und aus seinen vielen bemerkenswerten Sätzen über die Weinkultur möchten wir folgende hervorheben:

„Und es scheint, dass den sogenannten Genussgiften, nicht nur im Gebrauch der Medizin, sondern ganz allgemein, gewisse lebensfördernde, sogar schöpferische Elemente innewohnen. Eine total entgiftete, nur nach sanitären Grundsätzen ernährte Menschheit wäre vermutlich längst zugrunde gegangen, oder zumindest der Verblödung heimgefallen.“

Wer mehr über den Pionier Carl Zuckmayer erfahren möchte, dem empehlen wir:

Quellen
  • Tschierschke, Anja/Zündorf, Irmgard: Biografie Carl Zuckmayer“, in: LeMO-Biografien, Lebendiges Museum Online, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

  • Carl Zuckmayer: „Was weiß die Welt von Wein“ in Wein – Genuss und Kultur, Woschek Verlag, Mainz (1989)

  • Weinbrief der Weinbruderschaft Rheinhessen (2013)

  • Rathke, Winfried: Denk Mal, 80 Sonette zu Literaten, illustriert

 

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