Velten, Dr. Andreas A.

* 1775 in Bonn; † 1842

Einer der bekanntesten Mediziner seiner Zeit war der aus Bonn stammende Andreas Anton Velten. Auch sein älterer Bruder Bernhard war Mediziner. Bemerkenswert deshalb, weil ihr Vater Anton Joseph Velten als Zimmerputzer in der kurfürstlichen Residenz von Bonn in Diensten stand.
Der soziale Aufstieg ging noch weiter: Der 1819 in  Ahrweiler geborene jüngste Sohn von Andreas Anton, Dr. med. Carl Jakob Velten, war später Leibarzt der Kaiserin Augusta, der Ehefrau von Kaiser Wilhelm I.!

1801 ließ sich Andreas Anton nach seiner Approbation als Arzt im Kanton Ahrweiler nieder. 1808 wurde er vom Präfekten des Rhein-Mosel-Départements, Adrien de Lezai-Marnésia, zum Distriktarzt ernannt und betreute nun die Kantone Ahrweiler und Adenau. 1816 wurde er unter den Preußen Kreisphysikus (Kreisarzt) des neu gegründeten Landkreises Ahrweiler. Während der schweren Hungersnot 1817 regte Velten die Bohrung neuer Brunnen in Ahrweiler an. Bereits 1818 wies er die preußische Regierung auf die Existenz mehrerer warmer Thermalquellen im Bereich des heutigen Kurparks von Bad Neuenahr hin. Er erwarb sich den ehrenvollen Spitznamen Pötzdoktor, da er sich sehr für die Reinhaltung der Brunnen, also für die Besserung der hygienischen Verhältnisse, gerade auch für die Armen des Kreises, einsetzte.

Was spricht dafür, ihn zu den Pionieren der deutschen Weinkultur zu zählen?
Der Pötzdoktor war nicht nur weinaffin, sondern auch ein Weinforscher. 1825 wurde er Kreisphysikus seiner Heimatstadt Bonn. Im gleichen Jahr gab er auch die Medizinische Topografie des Kreises Bonn heraus. Hierin beschrieb er ausführlich nicht nur die Lebensweisen und das Konsumverhalten der Bonner Bürger, sondern auch die Produktion von Wein in den verschiedenen Bonner Ortsteilen und bewertete sie. Was den Gesundheitszustand der Bonner anging, machte er sich weniger Sorgen um den gepflegten Weinkonsum, als um das Trinken von kaltem Bier bei hitzigen Tanzvergnügen.

In Bonn wurde zu dieser Zeit überwiegend Rotwein angebaut, der aber nur selten von guter Qualität war. Er selbst beschäftigte sich mit Möglichkeiten zu einer besseren Technologie und veröffentlichte 1824 die Schrift: Über die Verbesserung der roten Weine durch geschlossene Gärung. Intensiv arbeitete er an der Herstellung eines „dem Champagner ähnlichen Weins" aus Ahrmost und war sich sicher, dass „wir keines französischen mehr bedürfen“. Besorgt machte ihn die um sich greifende Weinverfälschung: „Wer solche [Anm.: gefälschte] Weine täglich trinkt, wird um seine Gesundheit und um sein Geld betrogen".  Er forderte eine bessere Hygiene und Reinhaltung bei der Produktion alkoholischer Getränke und verlangte eine verstärkte Aufmerksamkeit der Medizinalpolizei. Nach seinen Beobachtungen war in Bonn der Missbrauch alkoholischer Getränke nicht weit verbreitet:

„Die Ausnahmen des stärkeren Genusses fallen auf die Gewohnheitssäufer, die dadurch an Leib und Seele verdorben werden und Gegenstände der allgemeinen Verachtung sind!“

Wer mehr über Dr. Andreas Anton Velten erfahren möchte, dem empfehlen wir:

Quellen
  • Körschner, Dieter: „Medizinische Topographie des Kreises Bonn von Dr. Anton Velten – Eine Beschreibung von Land und Leuten um 1825“, Verlag Ludwig Röhrscheid, Bonn (1988)

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