Kreiskott, Horst

* 1930 Wuppertal; † 2002 Bad Dürkheim

Horst Kreiskott studierte in Bonn Psychologie, Biologie und medizinische Fächer mit Schwerpunkt Pharmakologie. 1956 wurde er in der Pharmakologie promoviert. Ab 1957 war er auf den Gebieten Psychiatrie, Neurologie und Herz-Kreislauf-Pharmakologie in der pharmazeutischen Industrie in Wuppertal, Frankfurt/Main, Ludwigshafen tätig. 1965 erhielt er einen Lehrauftrag an der Universität Mainz in Pharmakologie, 1981 wurde er Honorarprofessor. Viele Jahre lang war er Mitglied der Kommission B 3 (Neurologie/Psychiatrie) zur Zulassung von Arzneimitteln beim Bundesgesundheitsamt. Er verfasste rund 60 Publikationen, vor allem im Bereich der Verhaltens- und Neuropharmazie.

„Mäßig getrunken ist der Wein eine Arznei, die das Alter verjüngt, den Kranken gesund und den Armen reich macht.“  

Was spricht dafür, ihn zu den Pionieren der deutschen Weinkultur zu zählen?
Ab 1982 begann Kreiskott Arbeiten zu Themen um Wein und Gesundheit zu veröffentlichen. Dazu zählte: Der Wein und die menschliche Gesundheit in Forschung - Schule – Praxis 30. Ein Jahr später folgte die Schrift Der Wein - Eine Arznei von der Antike bis zur Gegenwart, für die Gesellschaft für Geschichte des Weines, in deren Wissenschaftlichem Beirat er ab 1983 mitwirkte. Darin setzte er sich mit Wein als Arznei in verschiedenen historischen Epochen, mit den unerwünschten Nebenwirkungen des Weins und mit Zusätzen und Verfälschungen, auseinander.  Er kam zu dem Schluss: Jede Zeit hat Schwerpunkte von Wein als Arznei gesetzt – auch die unsere. Neben pharmakologische treten gesundheitspolitische und weinbautechnische Überlegungen, die unsere Zeit prägen werden.“

1990 beschäftigte sich der Deutsche Weinbauverband (DWV) in Bernkastel-Kues im Rahmen seines Kongresses Perspektiven und Impulse mit dem gesundheitsbewussten Weinkonsum. Kreiskott trug mit seinen Ausführungen wesentlich dazu bei, dass die Branche begann, sich evidenzbasiert mit den positiven Seiten des moderaten und mit den negativen Folgen des unmäßigen Weinkonsums zu beschäftigen. Zusammenfassend zitierte er Plato: „Mäßig getrunken ist der Wein eine Arznei, die das Alter verjüngt, den Kranken gesund und den Armen reich macht.“   

Als 1994 der Wissenschaftliche Beirat der Deutschen Weinakademie gegründet wurde, war er einer der ersten fünf Mitglieder, die der Thematik Wein und Gesundheit eine wissenschaftlich fundierte Stimme verliehen. 1994 referierte er auf dem Symposium Das Kulturgut Wein in der Gesellschaft zum Thema Die therapeutische Nutzung des Weins in verschiedenen Epochen und schloss seinen Vortrag  - trotz damals weitverbreiteter euphorischer Stimmung infolge des French Paradox – eher pessimistisch, aber realistisch mit den Worten: „Sollte die Zukunftsvision Wein als traditionelle Medizin [..] bereits hinter uns liegen?“ Kreiskott war als anerkannter Forscher und Hochschullehrer ein wesentlicher Garant dafür, dass die junge Deutsche Weinakademie abwog zwischen Risiken und Chancen, zwischen Vor- und Nachteilen des Weinkonsums. Mit dieser ausgewogenen wissenschaftlichen Arbeit des Wissenschaftlichen Beirats fand die DWA nicht nur in der Branche, sondern auch in der Öffentlichkeit und in der Politik immer mehr Gehör.

Am Beipiel Horst Kreiskott, geboren in Wuppertal, später viele Jahre in Bad Dürkheim zu Hause, kann man die erstaunlichen (neuropharmakologischen) Wirkungen des Weins beobachten, nämlich wie aus einem Westfalen, die eher biernah und bierernst, stur, fast kontaktscheu sein sollen, ein geselliger, vinophiler Pfälzer, ja sogar ein Mitglied der Weinbruderschaft Pfalz werden kann.

Wer mehr von/über Horst Kreiskott wissen möchte, dem empfehlen wir:

Quellen
  • Kreiskott, Horst: „Der Wein und die menschliche Gesundheit“, Forschung - Schule - Praxis 30, Neustadt/Weinstraße (1982)
     
  • Kreiskott, Horst: „Der Wein – eine Arznei von der Antike bis zur Gegenwart“, Schriften zur Weingeschichte Nr. 66, Wiesbaden (1983)
     
  • Kreiskott, Horst: „Weinkonsum aus pharmakologischer Sicht“, Perspektiven und Impulse, S. 160-172, Deutscher Weinbauverband, Bonn (1990)
     
  • Kreiskott, Horst: „Gesund mit Wein“, Emil Sommer Verlag, Grünstadt (1991)
     
  • Kreiskott, Horst: „Die therapeutische Nutzung von Wein in verschiedenen Epochen“, Das Kulturgut Wein in der Gesellschaft, S. 80 -92, INTER-WEIN Dokumentation, Frankfurt (1994)

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