Hauff, Wilhelm

* 1802 Stuttgart; † 1827

Wilhelm Hauff, der schon im jungen Alter von 24 Jahren an den Folgen einer Typhuserkrankung starb, erschuf in seiner kurzen Lebenszeit ein beachtliches Gesamtwerk.

Heutzutage ist er vor allem für seine Märchen bekannt, wie etwa den Kleinen Muck, Das kalte Herz oder Zwerg Nase. Darüber hinaus umfasst sein Werk viele Erzählungen, einen Roman (Trilogie Lichtenstein) sowie Satiren, in denen der Schriftsteller ironisch die Trivialliteratur seiner Zeit parodierte. Wilhelm Hauff war ein Mitglied der Schwäbischen Dichterschule, einem recht lockeren Verband von Dichtern an der Tübinger Universität, zu dem auch Gustav Schwab sowie Eduard Mörike gehörten.

Was spricht dafür, ihn zu den Pionieren der deutschen Weinkultur zu zählen?
Seine kritische Vorliebe und sein persönliches Bekenntnis zum Wein sind Beiträge zur Kulturgeschichte des Weines und der Gastlichkeit. Die Romane Lichtenstein, Wirtshaus im Spessart und speziell sein wohl reifstes Werk Phantasien im Bremer Ratskeller sind ein Herbstgeschenk für Weinfreunde (Untertitel der Erzählung).

Der weltberühmte Bremer Ratskeller heißt erst seit Hauff so, früher hieß er einfach Weinkeller. Die Bremer bevorzugten zu dieser Zeit besonders französische Weine. Hauff machte sich in seinen Phantasien darüber lustig – und so kann man seine berühmte Novelle auch als eine Werbung für den „deutschen“ Rheinwein lesen.  

Seine Anatomie des Rausches sowie die Beschreibung, in der er in übermütig-geistvoller Geselligkeit und Weinseligkeit ein bunt gefächertes Bild von sich und seinen Zechkumpanen entwirft, die nach kapriziösen wie tolldreisten Einfällen seiner Dichterlaune durcheinandergewirbelt werden, sprechen nicht nur Weinfreunde an. Offenbar war er auch ein Wortschöpfer: In dem Roman Der Mann im Mond taucht der Begriff „Schaumwein" 1827 erstmalig auf; er wird erst 1876 in ein Wörterbuch aufgenommen. Auch in diesem satirischen Roman gibt es bei einem Souper neben französischen Weinen bekannte Rheinweine seiner Zeit zu trinken: „Laubenheimer, Nierensteiner, Markebrunner, Hochheimer“.

 

Von ihm stammt der nachdenklich stimmende Ausspruch:

„Und wird einmal der Geist uns trübe.

Wir baden ihn im alten Wein.

Und ziehen mit Gesang und Liebe

In unsern Freudenhimmel ein.“

Wer mehr über Wilhelm Hauff und seine Weingeschichten wissen will, dem empfehlen wir folgende Veröffentlichungen:

Quellen
  • Pfäfflin, Friedrich: Wilhelm Hauff und der Lichtenstein, Marbacher Magazin 18/1981.

  • Hauff, Wilhelm: Der Mann im Mond (1826)

  • Hauff, Wilhelm: Phantasien im Bremer Ratskeller (1827)

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