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Fragen und Antworten zum Konsum alkoholischer Getränke und der „Null-Promille-Empfehlung“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE)

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Abnehmspritze beeinflusst Suchtverhalten bei übergewichtigen Patienten

Für Personen mit schädlichem, krankhaft-missbräuchlichem Alkoholkonsum stehen neben der Verhaltenstherapie nur wenige Medikamente zur Verfügung. Könnte eine „Abnehmspritze“ hier helfen?

Genau diese Frage bewegte ein dänisches Forscherteam dazu, eine Interventionsstudie durchzuführen. Der Hintergrund: Belohnungszentren im Gehirn spielen eine wichtige Rolle sowohl beim Suchtverhalten als auch bei der Gewichtsregulation. Sie werden unter anderem von dem im Darm und im Gehirn gebildeten Peptid GLP-1 gesteuert. Peptide bestehen aus Aminosäuren, es sind kleine Proteine, die eine Vielzahl von Körperfunktionen regulieren.

Suchtverhalten und Übergewicht werden über denselben Rezeptor gesteuert
Der Wirkstoff Semaglutid der „Abnehmspritze“ Wegovy bindet an die gleichen Rezeptoren wie das vom Körper gebildete GLP-1. Man nennt ihn daher einen GLP-1-Agonisten; er ist zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2 und starkem Übergewicht (Adipositas, BMI ab 30) zugelassen. Tierversuche und erste Humanstudien weisen darauf hin, dass Semaglutid auch das Suchtverhalten reduzieren könnte. Daher haben die dänischen Forscher in einer Placebo-kontrollierten Studie untersucht, ob es mithilfe wöchentlicher Semaglutid-Injektionen (2,4 Milligramm) gelingt, riskantes Trinkverhalten bei adipösen Personen zu reduzieren.

Dazu rekrutierte man über Anzeigen 108 Personen, die sowohl stark übergewichtig waren als auch ihre alkoholassoziierten Probleme angehen wollten. Sie wurden zu Studienbeginn von einem Arzt interviewt, um das Ausmaß ihres schädlichen Alkoholkonsums einzuordnen. Je die Hälfte der Probandinnen und Probanden erhielt wöchentlich eine Semaglutid- oder Placebo-Injektion (Salzlösung). Alle unterzogen sich zudem zehn Sitzungen mit kognitiver Verhaltenstherapie. Nach 6, 12, 20 und 26 Wochen wurden sie wieder zu ihrem Konsumverhalten, ihrem Verlangen nach Alkoholischem und nach Nebenwirkungen befragt. Außerdem wurden Blutproben genommen und der Gewichtsverlauf dokumentiert.

Semaglutid deutlich besser als Placebo
Die Kontrollgruppe Placebo zeigte zwar auch positive Veränderungen, jedoch weniger ausgeprägte als die Semaglutid-Gruppe. So sank die Häufigkeit von Tagen mit riskantem Trinkverhalten um 41,1 Prozent (versus 26,6 Prozent in der Placebo-Gruppe). Die konsumierte Alkoholmenge der letzten 30 Tage sank um 1.550 Gramm (versus 1.026 Gramm in der Placebo-Gruppe). Die Anzahl der Getränke pro Trinktag verringerte sich unter Semaglutid um 3,5 (versus 2,1 in der Placebo-Gruppe) und das Verlangen nach alkoholhaltigen Getränken sank ebenfalls signifikant stärker ab.

Vom riskanten zum sichereren Konsum
Die vier Risikostufen der WHO (Welt-Gesundheits-Organisation) gelten als anerkannte Standards, die den Konsum alkoholischer Getränke niedrigen, mittleren und hohen bzw. sehr hohen gesundheitlichen Risiken zugeordnet. Eine Reduktion um zwei Stufen (Level), die in der Semaglutid-Gruppe erreicht wurde, korreliert sowohl mit einer verbesserten psychischen Gesundheit als auch mit einer geringeren alkoholassoziierten Sterblichkeit. Über 90 Prozent erreichten eine Risikoreduktion um mindestens ein WHO-Konsum-Level. Knapp 60 Prozent erreichten zwei Level weniger und jeder Vierte sogar drei Level. Das ist eindrucksvoll, da ein Absinken um ein bis zwei Level Risiko- und Hochrisiko-Konsumierende in den Niedrigrisiko-Bereich bringt.

Mit dem Wirkstoff der „Abnehmspritze“ erzielten die ProbandInnen darüber hinaus auch signifikant größere Gewichtabnahmen (- 11,2 kg, das sind 9 kg mehr als in der Placebo-Gruppe). Dazu besserten sich die Leberwerte, der Taillenumfang und der Langzeitzuckerwert HbA1c und das alles bei wenigen, milden Nebenwirkungen. Auch die Effektivität war exzellent, denn um die gewünschten Wirkungen zu erzielen, mussten nur 4,3 Personen behandelt werden (Number Needed to Treat). Das ist sehr viel günstiger als bei den bisher eingesetzten Medikamenten. 

Mit biologischen Mechanismen zum moderaten Konsum
Diese sorgfältig durchgeführte Interventionsstudie zeigt erstmals, dass die einmal wöchentliche Gabe von Semaglutid bei behandlungssuchenden PatientInnen mit Alkoholabhängigkeit und Adipositas die Zahl der Tage mit starkem Alkoholkonsum sowie das WHO-Trinkrisiko-Level signifikant reduziert. Dennoch bestehen weiterhin offene Fragen in Bezug auf Sicherheit und Langzeitwirkung, sodass vor einer breiten Anwendung zusätzliche Studien notwendig sind. 

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Quelle: Klausen, MK et al.: Once-weekly semaglutide versus placebo in patients with alcohol use disorder and comorbid obesity: a randomised, double-blind, placebo-controlled trial. Lancet 2026;407:1687-1698

 

Anmerkung der Redaktion: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde auf den Folien auf Genderformulierungen verzichtet.
 

 

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