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Fragen und Antworten zum Konsum alkoholischer Getränke und der „Null-Promille-Empfehlung“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE)

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Mediterran essen und trinken zum Schutz vor Demenz?

Lässt sich mithilfe einer guten Ernährung auch das Gehirn gesund halten? Lange schien diese Vorstellung absurd, doch mittlerweile haben sich viele Lebensstilfaktoren, wie die Ernährung, mit Blick auf die Demenzprävention als vielversprechend erwiesen.

Die Datenlage dazu ist jedoch teils widersprüchlich, teils unvollständig. Was auch daran liegt, dass oft nur einzelne Lebensmittel, wie z. B. Fisch, untersucht wurden oder einzelne Nährstoffe, wie z. B. die B-Vitamine. Einen besseren Überblick über die Auswirkungen der gesamten Ess- und Trinkgewohnheiten geben sogenannte Diät-Skalen, die anhand von Verzehrmengen mehrerer Lebensmittelgruppen zusammengestellt werden. Am bekanntesten dürfte die mediterrane Skala sein, die abschätzt, wie „mediterran“ sich jemand ernährt, was einen regelmäßigen, moderaten Weingenuss zu Mahlzeiten impliziert.

Vier Diät-Skalen im Vergleich

Die mediterrane Ernährung hat in einigen Studien bereits Potential in Sachen Demenzprophylaxe gezeigt. Allerdings gibt es weitere Diät-Skalen als Wegweiser zu einer gesunden Ernährung, deren Auswirkungen auf die langfristige Gehirngesundheit noch nicht oder nur unzureichend untersucht sind. Ein internationales Forscherteam hat jetzt anhand der Daten von 121.521 Teilnehmern der UK Biobank Studie vier solcher Diät-Skalen miteinander verglichen: Man wollte wissen, ob Menschen, die so essen und trinken, dass sie hohe Werte auf den Skalen erzielen, mittelfristig ein geringeres Demenzrisiko aufweisen als jene, die nur geringe oder mittlere Werte erzielen. Da die Ernährungs- und Gesundheitsdaten aus der gleichen Studienpopulation stammen, erlaubt die aktuelle Studie auch einen Vergleich der verschiedenen Skalen untereinander.

Folgende Diät-Skalen wurden verglichen:

  • RFS = Recommended Food Score 
    à 5 empfohlene Lebensmittelgruppen: Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Fleisch und Fleisch-Alternativen
  • HDI = Healthy Diet Indicator
    à an die Empfehlungen der WHO angelehnte Lebensmittel- und Nährstoffvorgaben, z. B. zu gesättigten und ungesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Protein, Kalzium, Obst, Gemüse, Fisch und rotem Fleisch
  • MDS = Mediterranean Diet Score
    à Mittelmeerkost-Skala, Fokus u. a. auf Gemüse, Hülsenfrüchten, Obst, Nüssen, Fisch, Fleisch, Milchprodukten und moderatem Weinkonsum (< 14 Drinks/Woche)
  • MIND = Mediterranean-DASH Intervention for Neurodegenarative Delay Skala
    à Kombi aus mediterraner und DASH-Diät, Fokus u. a. auf zehn gehirngesunden Lebensmitteln wie grünen Blattgemüsen, Beerenobst, Fisch, Olivenöl und Wein

Drei von vier Skalen korrelieren mit verringerten Risiken

Wurden die Demenzdiagnosen nach rund elf Jahren mit den Skalenwerten verglichen, zeigte sich, dass verschiedene gesunde Essmuster mit verringerten Risiken korrelieren: Bei drei der vier Skalen (MIND, MDS, RFS) ging eine um 25 % höhere Adhärenz mit 12 bis 19 % weniger Demenzdiagnosen einher. Bei vaskulären Demenzen, die von geschädigten Blutgefäßen ausgehen, lagen die Demenzdiagnosen um 18 % (MIND) bis 23 % (MDS) niedriger. Und bei den nicht-vaskulären Demenzen, zu denen auch die Alzheimer-Demenz gehört, zeigten wiederum drei Diät-Skalen (MIND, MDS, RFS) Schutzpotentiale (11 % bis 18 %).

Interessanterweise fanden sich keine Zusammenhänge zur Skala, die anhand von WHO-Vorgaben erstellt wurde und die neben einigen wenigen Lebensmitteln vor allem auf Nährstoffe Wert legt. Dies scheint kein angemessener Zugang zu einer gehirngesunden Ernährung zu sein.

Mediterrane Kost mit höchstem Präventionspotential

Korrekterweise heben die Studienautoren hervor, dass es sich hier um eine Beobachtungsstudie handelt, die keine Ursache-Wirkungs-Belege liefern kann. Dazu sind weitere Studien nötig, wozu sich neben der Mediterranen Kost auch die MIND-Diät anbietet. Beide legen u. a. Wert auf Fisch, Gemüse, Olivenöl und moderaten Weingenuss. Auch eine hohe Adhärenz zum RFS bietet Präventionspotential. Die geringste Wahrscheinlichkeit, an einer Demenz zu erkranken, wiesen jene auf, die hohe Werte auf der mediterranen Skala erreichten. Auf dieser Skala gibt es nicht nur Pluspunkte für eine gesunde Lebensmittelauswahl, sondern auch für das Glas Wein zur Mahlzeit.

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Quelle: Carrasco-Marín, F et al.: Adherence to four dietary indices and the risk of all-cause and cause-specific dementia: Findings from the UK Biobank study. Diabetes Obesity and Metabolism 2025;1-10, doi:10.1111/dom.16609  
 

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Neues aus der Wissenschaft mediterrane Ernährung