Vor über 60 Teilnehmenden wurde am 17. November auf der Festung Ehrenbreitstein das neue Buch der Gesellschaft für Geschichte des Weines e. V. (GGW) Ansichten vom Mittelrhein - Wein | Kultur | Geschichte vorgestellt.
Ansichten vom Mittelrhein - Wein | Kultur | Geschichte

196 Seiten mit vielen historischen Abbildungen und informativen Tabellen.
ISBN-Nummer: ISBN 978-3-00-083518-6. Preis 22,00 Euro.
Unter der Moderation des bekannten Mittelrhein- und Weinkulturexperten Kalle Grundmann stellte Dr. Rudolf Nickenig als Autor und als Koordinator das Buch vor. Im ersten Beitrag der Schrift: Weinbau am Mittelrhein – eine kultur- und literaturgeschichtliche Spurenlese wird von ihm als Autor der Frage nachgegangen, was die Rheinreisenden im 18./19. Jahrhundert außer schroffen Felsen, Burgruinen und wilder Natur noch wahrgenommen haben. Dabei wird es auch um den besonderen Ruf der mittelrheinischen Weine gehen.
Im folgenden Beitrag Die vier Seiten des Mittelrheins – Entwicklung des Weinbaus in Zahlen und Fakten werden vom gleichen Autor nicht nur die emotionalen Wahrnehmungen der Rheinreisenden vergangener Zeiten mit den harten Fakten der Statistik abgeglichen. Außerdem wird deutlich gemacht, dass die Veränderungsprozesse am unteren und oberen Mittelrhein und auf deren linken und rechten Ufern sehr unterschiedlich abliefen.
Mehr als Burgen und Felsen
Eine völlig neue Ansicht vom Mittelrhein ermöglichten Luftaufnahmen, die Anfang des 20. Jahrhunderts von wagemutigen Fotografen aus wackligen Fluggeräten geschossen wurden. Hierüber berichtet Matthias Meusch in seinem Beitrag Flug über Rhein und Reben – Der Mittelrhein in Luftbildern der Zwischenkriegszeit.
In den nächsten beiden Artikeln wird eine weitere Perspektive eingenommen: die lokalgeschichtliche Analyse zweier Weinbauorte. Karl Adams † hatte die Weinbaugeschichte seiner Heimatstadt Linz unter die Lupe genommen, die einst eine bedeutende Rolle am unteren Mittelrhein gespielt hatte. Bernhard Didinger † schilderte die spezielle Weinbaugeschichte des Ortes Osterspai am oberen Mittelrhein, unter anderem geprägt durch Bewirtschaftung von Rebflächen auf der gegenüber liegenden Rheinseite mit Hilfe von Wein-Nachen.
Geht`s weiter im Steilhang?
In vielen Weinbauorten und Winzerfamilien stellt sich heute die entscheidende Frage: ist die nächste Generation bereit, den Weinbaubetrieb unter den schwierigen Rahmenbedingungen am Mittelrhein fortzuführen. Randolf Kauer, ehemaliger Professor für Ökoweinbau an der Hochschule Geisenheim und Weingutsbesitzer in Bacharach, fasst in seinem Beitrag Aus Liebe zum Steilhang – Weinbau am Mittelrhein: ein aussichtsreiches Generationenprojekt? die Problematik nochmals zusammen.



