Frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr 2026 

WINE
IN MODERATION

Mitglieder 0 und > 17.000 Unterstützer
mehr lesen

Wissenschaftlicher
BEIRAT

mehr lesen

VITÆVINO
Jede Stimme zählt

Unterzeichnen Sie jetzt die Erklärung!

WISSENschaft 

mehr lesen Vinomed

Traubensaft und Wein im Vergleich

Traubensaft und Wein werden aus der gleichen Frucht, der Weintraube Vitis vinifera gewonnen. Dennoch unterscheiden sich ihre Zusammensetzung und gesundheitlichen Wirkungen zum Teil deutlich.

Eine aktuelle Übersichtsarbeit trägt detailliert die verfügbaren Informationen zusammen, um die Verarbeitung, Zusammensetzung und die gesundheitlichen Auswirkungen von Traubensaft und insbesondere Rotwein miteinander zu vergleichen. Um aus Trauben Saft oder Wein herzustellen, sind die ersten Schritte sehr ähnlich: Nach der Ernte werden die Früchte, gemaischt und von den Stielen befreit. Für Traubensaft werden sie anschließend gepresst, gefiltert und abgefüllt. Für die Weinbereitung erfolgt nach dem Maischen jedoch zunächst im Wesentlichen die Vergärung des in den Früchten enthaltenen Zuckers zu Alkohol ist.

Hauptunterschied: Fermentation

Wein ist also ein fermentierter Traubensaft (es werden jedoch andere Traubensorten als für die Saftherstellung eingesetzt), und das hat Auswirkungen auf die Zusammensetzung und auf die gesundheitlichen Wirkungen. Bei Traubensaft bleiben die ursprünglichen Inhaltstoffe besser erhalten, da der Zucker nicht vergärt, ist er daher auch deutlich zuckerreicher als Wein. Das macht ihn zu einem energiereichen, süßen Getränk. Für Personen mit Diabetes Typ 2 oder mit Insulinresistenz, die zu viel, jedoch schlecht wirksames Insulin im Blut haben, sind die großen Zuckermengen im Traubensaft kontraproduktiv. Dafür punktet der Saft mit mehr organischen Säuren und mit nennenswerten Mengen an Vitamin C.

Durch den Fermentationsprozess enthalten Weine auch Alkohol (i. D. 11 g/100 g). Die Gärung verändert darüber hinaus die Bioverfügbarkeit anderer Inhaltsstoffe: So wird vor allem bei Rotwein mehr Resveratrol aus den Traubenschalen extrahiert und die Verwertbarkeit der bioaktiven Bestandteile, wie z. B. der Polyphenole, steigt. Diese Weinbegleitstoffe sind vor allem für ihre antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt, denen man einen erheblichen Teil der gesundheitlichen Wirkungen des moderaten Weinkonsums zuschreibt. Zudem können sie die Darmmikrobiota günstig beeinflussen (s.u.) und auch auf diesem Weg gesundheitsförderliche Effekte, etwa auf das Herz-Kreislauf-System, bewirken.

Nicht nur Geschmackssache

Das Zusammenwirken aller Inhaltsstoffe bestimmt nicht nur die Sensorik beider Getränke, sondern auch ihre Auswirkungen auf den Stoffwechsel und die Gesundheit. So fördern beide Getränke eine gesunde Darmmikrobiota, indem sie das Verhältnis von Bacteroidetes zu Firmicutes verbessern. Das ist wichtig, weil ein Übermaß an Firmicutes-Bakterien Übergewicht fördern kann. Zudem unterstützen beide Getränke das Wachstum von nützlichen Lactobazillen und Bifidobakterien, die mithilfe von Milchsäure für ein saures Milieu im Darm sorgen, das krankmachende Keime hemmt. Zudem unterstützen sie das Immunsystem, helfen bei der Aufnahme von Vitaminen und dabei, die Darmbarriere zu stärken.

Sowohl Traubensaft als auch Rotwein sind aufgrund ihrer bioaktiven Inhaltsstoffe weltweit beliebt. Ein neuer Trend ist die zunehmende Nachfrage nach alkoholfreien Weinen. Sie bieten eine gute Möglichkeit, auch (weitgehend) ohne Alkohol in den Genuss der gesundheitlichen Vorteile des (Rot-)Weins zu kommen.

Fazit

Traubensaft und Wein unterscheiden sich im Geschmack, im Nährwert und bei den gesundheitlichen Effekten. Beide sind reich an Antioxidantien (z. B. Polyphenole), an Kalium und organischen Säuren und wirken sich günstig auf die Darmflora aus. Ein Vorteil von Traubensaft ist, dass er keinen Alkohol enthält und daher auch für Kinder, Schwangere und Menschen, die keinen Alkohol konsumieren wollen oder sollen, geeignet ist. Sein hoher Zuckergehalt kann andererseits für bestimmte Personengruppen problematisch sein.  Er sollte in Portionen von 100 bis 150 ml täglich konsumiert werden und kann dabei eine Handvoll Obst ersetzen.

Der Wein punktet durch eine breite Vielfalt and Sorten und sensorischen Eindrücken. Zudem bietet er mehr bioaktive Begleitstoffe wie Resveratrol und Polyphenole in besserer Bioverfügbarkeit. Bei maßvollem bis moderatem Konsum (bis max. 200 ml für Frauen, bis max. 300 ml für Männer) zu einer Mahlzeit sind unter anderem herz- und gefäßschützende Effekte beschrieben. 

 

Zum Vergrößern bitte auf die Folien klicken.

Quelle: : Pinheiro, DF et al.: Grape juice and red wine: Composition, processing, and health implications. Food and Humanity 2025;5:100828 
 

Erstellt am
Neues aus der Wissenschaft Allgemeine Gesundheitsaspekte