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DWA und WiM beim 43. OIV-Weltkongress in Mexiko

Jedes Jahr lädt ein Mitgliedstaat der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) Wissenschaftler aus der ganzen Welt ein, um neue Erkenntnisse und Forschungsergebnisse vorzustellen und sich darüber auszutauschen. In diesem Jahr war Mexiko Gastgeber. Die DWA und WiM waren mit einem wissenschaftlichen Vortrag vertreten.

Gut 1.200 Wein- und Weinbau-Experten aus aller Welt folgten der Einladung der OIV (Organisation Internationale de la Vigne et du Vin) nach Ensenada im mexikanischen Baja California, wo vom 31. Oktober bis 4. November der 43. OIV-Weltkongress für Rebe und Wein stattfand. Als Vertreterin der DWA und des Wine Information Council (WIC) referierte Ursula Fradera zum Thema Weinkonsum und Krebsrisiko und stellte ebenso das neue WiM-Schulungsprogramm für Weinfachleute zu moderatem und nachhaltigem Weinkonsum vor.

Der Kontext ist entscheidend
Unzweifelhaft und mit konsistenter Evidenz sei gezeigt, so Fradera zu Beginn ihres Vortrages, dass ein exzessiver Alkoholkonsum und Komatrinken (engl.: Binge Drinking, > 5 Drinks pro Anlass) die Risiken für Krebs und andere Erkrankungen erhöhen. Was die Sicherheit eines leichten bis moderaten Konsums alkoholischer Getränke angehe, gebe es jedoch diskrepante Botschaften. So rieten mehrere Organisationen im Rahmen der Krebsprävention zum totalen Verzicht, weil es keinen sicheren Konsum gäbe. Allerdings blieben hierbei wichtige Einflussfaktoren auf das Krebsrisiko wie Trinkmuster, Art der alkoholischen Getränke sowie weitere Lebensstilfaktoren unberücksichtigt.

Lebensstilfaktoren haben Einfluss auf das Krebsrisiko
Da Krebs eine multifaktorielle Erkrankung ist, die sich über Jahre bis Jahrzehnte entwickelt, sei es nicht einfach, das Krebsrisiko einzelner Einflussfaktoren zu evaluieren. Allerdings, so Fradera, können verschiedene Lebensstilfaktoren sowie Trink- und Essmuster das Krebsrisiko beeinflussen. Immerhin werden von der WHO und vom World Cancer Research Fund (WCRF) ein Drittel aller Krebserkrankungen als durch den Lebensstil vermeidbar eingestuft. Zu den schützenden Lebensstilfaktoren gehören der Verzicht auf Rauchen und exzessiven Alkoholkonsum, ein normales Körpergewicht, regelmäßige körperliche Aktivität und eine ausgewogene Ernährung. Dies zeige, dass auch der Einfluss des Alkohols nicht isoliert betrachtet werden dürfe. In der Tat fielen die Ergebnisse in Studien anders aus, wenn der Konsum wie auch die Art der alkoholischen Getränke im Kontext einer ausgewogenen Ernährung und im Rahmen eines insgesamt gesunden Lebensstils untersucht wurden. So war bei leichtem bis moderatem Weinkonsum kein erhöhtes Krebsrisiko zu erkennen.

Wein und mediterrane Ernährungsweise
Eine mediterrane Ernährungsweise schneidet unter allen bislang untersuchten Ernährungsformen als eine der gesundheitsförderlichsten ab. Zur mediterranen Küche gehören jedoch nicht nur Gemüse, Obst, Fisch, Käse, Nüsse und Olivenöl, sondern auch das Glas Wein zur Mahlzeit. Mehrere Meta-Analysen bestätigen, dass eine größere Adhärenz zur mediterranen Küche mit geringeren Krebsrisiken assoziiert war.

In ihrem Fazit betonte Fradera nochmals, dass es keine belastbaren Daten für ein Krebsrisiko gibt, sofern Wein in moderaten Mengen (für die Frau: max. 1,5 Gläser Wein oder bis zu 20 g Alkohol/Tag, für den Mann: max. 2 Gläser Wein oder bis zu 30 Alkohol pro Tag) zu (mediterranen) Mahlzeiten und im Rahmen eines gesunden Lebensstils genossen wird.

Neues WiM-Schulungsprogramm für Weinfachleute
In einem 2. Vortrag stellte Ursula Fradera die verschiedenen Module des neuen Wine in Moderation-Schulungsprogramms vor. Sie erklärt die Grundlagen der Wine in Moderation-Initiative und dass die Schulung aller Weinfachleute eine wichtige Säule für einen nachhaltigen und verantwortungsbewussten Weinkonsum darstellt.

Breitgefächerter Inhalt
Der Inhalt der einzelnen Module reicht von einer allgemeinen Einführung zum Kulturgut Wein, über gesundheitliche Aspekte eines moderaten Weinkonsums, weinrechtliche Rahmenbedingungen und verantwortungsbewusste Werbung bis hin zur Kombination von Wein und Essen, Tipps zu Weinpräsentationen und Anregungen, um önotouristische Aktivitäten für alle Besucher als nachhaltiges Erlebnis zu gestalten.

Sowohl der/die Schulungsleiter/in wie auch die Studenten erhalten ein ausführliches Handbuch mit allen relevanten Informationen. Die einzelnen Module können je nach Zweck und Zielgruppe ausgewählt und den nationalen Gegebenheiten angepasst werden.

Die zahlreichen Fragen am Ende ihres Vortrags zeigen das große Interesse an diesem Thema aber auch den Bedarf an Schulungsprogrammen zu nachhaltigem Weinkonsum.

 

 

Erstellt am
Wine in Moderation International

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