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Ist das noch Wein? Oder kann das weg?

Ein provokanter Titel eines Themas, das auch viele in der Weinwirtschaft noch als Provokation empfinden. Daher ist es umso wichtiger, dass sich der Bund Deutscher Önologen auf seiner 65. Fachtagung am 14. November in Geisenheim differenziert damit auseinandersetzte. Nahezu 80 Teilnehmer und ebenso viel „Zugeschaltete“ gaben ihm Recht.

 

 

Die Welt wird gegenüber Alkohol immer kritischer und auch die Weinliebhaber schauen mittlerweile AUCH auf den Alkoholgehalt. Alkoholfrei / alkoholreduziert wird ein immer größeres Thema. Dies zeigte auch die große Zustimmung der Fachtagung, die kompetent und kurzweilig von Dr. Christian von Wallbrunn moderiert wurde.

Die gesellschaftliche Veränderung untermalte das WeinNOVA projekt der Dualen Hochschule Heilbronn. Es legte mit seiner Befragung deutlich dar, dass für alkoholfrei und oder alkoholreduziert ein immer größerer Markt vorhanden ist, den sich die Weinwirtschaft nicht entgehen lassen sollte.

Die Vertreter des Deutschen Weinbauverbands und des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft skizzierten den rechtlichen Rahmen, auf den man sich einstellen müsse. Anfang Oktober 2022 hat der Bundesrat zahlreiche weinrechtliche Änderungen beschlossen. Etwas sperrig gibt es künftig entalkoholisiert – Weine bis 0,5% bzw. teilweise entalkoholisiert – mehr als 0,5% und weniger als der vorhandene Mindestalkohol vor der Entalkoholisierung. Sie können aber weiterhin zusätzlich mit alkoholfrei bzw. alkoholreduziert bezeichnet werden.

Alkoholfreier Wein ist jetzt WEIN
Aber das ist neu- aus dem „Getränk aus Trauben“ wird jetzt WEIN – und zwar rechtlich "Deutscher Wein", für den allerdings nicht die Negativ-Rebsortenliste gilt. Demnach darf die Rebsorte angegeben werden, wenn diese mindestens 85% ausmacht. Dass allerdings (wegen „Deutscher Wein“) kein „Riesling alkoholfrei Rheingau“ möglich ist, fiel auf kontroverse Diskussion. Man wünsche sich – wie Peter Seyffardt, Präsident des Rheingauer Weinbauverbands auf der Podiumsdiskussion deutlich machte – dass der bei den Kunden klare Bonus der Angabe der Anbaugebiete auch für Alkoholfreie geschaffen werden müsse. Gewohnt kompetent äußerte sich auch Dr. Hermann Pilz, langjähriger Chefredakteur der Weinwirtschaft – unterstützt vom BDO-Präsidenten Prof Erik Schweikert - zur positiven Einordnung der „neuen“ Weine in eine wie auch immer geartete Qualitätspyramide.

Auch für Wine in Moderation ist „alkoholfrei“ ein Thema
Frau Dr. Hammer von der DWA erläuterte die gesundheitlichen Wirkungen, die nun auch mal dem Ethanol geschuldet sind, dem die Kampagne Wine in Moderation Rechnung trage. Bewusst mit (alkoholhaltigem) Wein umgehen – sei die Devise. Nichtsdestotrotz sind alkoholfreie Weine eine gute Alternative für diejenigen, die Auto fahren, schwanger sind oder einfach aus welchen Gründen auch immer keinen Alkohol wollen. Sie spricht sich auch für eine kritische Diskussion der Regelung aus, nach der 14- und 15-Jährige bereits Alkoholisches zu sich nehmen können (begleitetes Trinken). Einerseits sollte der Jugendliche lernen, mit Alkoholischem umzugehen, andererseits zeigen Jugendstudien, dass man eher ein Alkoholproblem bekomme desto früher man mit dem Trinken beginne.

Wine in Moderation schließt diese ganze Thematik ein: verantwortungsvolle, moderates Trinken – am besten eingebettet in einen gesunden Lebensstil UND Verzicht auf alles Alkoholische für diejenigen, für die die sog. Punktnüchternheit gilt (Schwangerschaft, Straßenverkehr), aber auch diejenigen, die mit Alkohol ein Problem haben/hatten (Suchtgefahr).

Den sehr interessanten, genussreichen Abschluss bildete ein Feuerwerk aus mehr als trinkbaren (ich möchte sogar sagen tollen) alkoholfreien Weinen, die natürlich auch ihren Preis haben sowie einem Überblick über Weine aus neuen Rebsorten, wie Sauvilage, Johanniter und Hibernal. 

Alles in allem eine durchaus gelungene kurzweilige Veranstaltung, die den einen oder anderen zu differenzierten Überlegungen veranlasste.

 

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Wine in Moderation

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