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Essmuster entscheiden mit über gesundheitliche Effekte

Die Deutsche Weinakademie (DWA) betont seit vielen Jahren nicht nur einen vernünftigen Konsum alkoholischer Getränke, sondern rät auch dazu, diesen als Teil eines insgesamt gesunden Lebensstils anzusehen und zu pflegen. Nun liegt erstmals eine Studie vor, die genau diesen Ansatz bestätigt. Sie stammt aus Griechenland, wo der maßvolle Weingenuss als integraler Teil eines mediterranen Lebensstils Tradition hat.

Ein griechisches Forscherteam nutzte die Daten aus einer prospektiven Beobachtungsstudie, die im Jahr 2001 im Großraum Athen begann. Die so genannte ATTICA-Studie hatte gut 3.000 Erwachsene ohne Vorerkrankungen des Herzens oder der Blutgefäße rekrutiert. Für die aktuelle Untersuchung standen die Daten von 2.020 Personen zur Verfügung. Die 1.014 Probandinnen und 1.006 Probanden waren zu Studienbeginn klinisch untersucht worden, gemessen und gewogen, ihnen war Blut abgenommen worden und man hatte sie zu ihrem Ess-, Trink-, Bewegungs- und Rauchverhalten befragt, zu ihrem Bildungsstand und weiteren soziodemografischen Eckpunkten. Neben den konsumierten Mengen an alkoholischen Getränken wurden auch die Getränkepräferenzen erfragt, um später Rückschlüsse auf mögliche Zusammenhänge zum Gesundheitsstatus erkennen zu können. Nach 10 Jahren wertete man die Daten aus.

Weniger Diabetes, Herz- und Gefäßleiden bei Wein- und Bierpräferenz
Im Vergleich zu Abstinenz zeigte sich bei Weinpräferenz (über 70 % der konsumierten Alkoholmenge) nach 10 Jahren sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen eine signifikant verringerte Wahrscheinlichkeit für tödliche und nichttödliche kardiovaskuläre Erkrankungen. Dazu zählten unter anderem Herzinfarkte, Herzversagen, Herzrhythmusstörungen und Schlaganfälle. Bei den Frauen mit Weinpräferenz war zudem die Wahrscheinlichkeit für einen Typ-2-Diabetes signifikant erniedrigt. Doch auch bei jenen, die vorzugswiese Bier tranken, fanden sich geringere Risiken für Herz- und Gefäßleiden. Im Gegensatz dazu waren bis auf eine Ausnahme sämtliche Risiken bei den Spirituosentrinkern im Trend erhöht.

Liegt das nun ausschließlich an den Getränken (Trinkmengen und -muster wurden in dieser Studie nicht analysiert), oder hat das auch etwas mit der Ernährung zu tun? Um diese Frage zu beantworten, suchten die Wissenschaftler für die aktuelle Auswertung der ATTICA-Studie nach typischen Essmustern und ob sich diese je nach Getränkepräferenz unterscheiden. Es zeigte sich, dass dies der Fall war.

Vorschlag: Wie und was man isst, ist nicht minder wichtig als das, was man trinkt

Essmuster variieren die Effekte von Getränkepräferenzen
Bei einer Präferenz für Spirituosen wurden die häufigsten Essmuster von Frauen und Männern als eher ungesund bzw. sehr kalorienreich eingestuft. Unter griechischen Weinliebhabern beider Geschlechter aß man dagegen eher gesunde Lebensmittelkombinationen. Dies traf auch auf die Studienteilnehmer mit Bierpräferenz zu. Könnte dies zum günstigen Abschneiden des Biergenusses beigetragen haben?

Es zeigte sich, dass die Qualität der Ernährung die Zusammenhänge zwischen Getränkepräferenz und den gesundheitlichen Ergebnissen in alle Richtungen beeinflussen kann: So wurden die zunächst nur im Trend erhöhten Gesundheitsrisiken der Spirituosentrinker erst signifikant, wenn sie mit ungesunden Essmustern kombiniert waren. Bei den Bier- und Weinkonsumenten mit gesunden Essgewohnheiten waren die günstigen Effekte ausgeprägter.

Gesundes Essen: wichtiger Begleiter alkoholischer Getränke
Es ist dies die erste Studie, die explizit die kombinierten Effekte vorhandener Essmuster und Getränkepräferenzen in einer gesunden erwachsenen Personengruppe untersuchte. Ein Fazit der Autoren lautet sinngemäß: Die positiven Effekte des Wein- und Biergenusses auf die Gesundheit des Stoffwechsels, des Herzens und der Gefäße sind ausgeprägter, wenn mit einer gesunden Ernährungsweise kombiniert wird. Genau diese Botschaft kommunizieren auch die europäische Initiative Wine in Moderation und die DWA, jedoch nicht, ohne weitere gesunde Lebensstilfaktoren wie körperliche Aktivität und den Verzicht auf Tabak zu nennen.

Zum Vergrößern, bitte auf die Folien klicken.

Quelle: Kosti, RI et al.: Dietary patterns and alcoholic beverage preference in relation to 10-year cardiovascular disease, hypertension, hypercholesterolemia and diabetes mellitus incidence in the ATTICA cohort study. OENO One 2022;56:121-135

 

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