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Auch Extrakte aus Weißwein zeigen schützende Effekte

Rotwein ist gut für´s Herz – wie oft ist dieser Satz zu hören oder zu lesen. Er gründet darauf, dass beim Rotwein die Schalen zunächst in der Maische bleiben und dass bei seiner Fermentation viele phenolische Verbindungen aus den Traubenschalen extrahiert werden.

Es sind vor allem diese Weinphenole, denen die herz- und gefäßschützenden Effekte eines moderaten Weinkonsums zugeschrieben werden. Da die Phenole vorwiegend in den Schalen zu finden sind, die durch die Maischegärung während der Rotweinherstellung herausgelöst werden, enthält dieser rund zehnmal so viele phenolische Verbindungen wie Weißwein, weshalb dem Weißwein in dieser Hinsicht viel weniger zugetraut. wird. Doch das ist weit gefehlt: Wie ein griechisches Forscherteam zeigen konnte, entfalten Extrakte aus Weißwein teilweise sogar stärkere Effekte als jene aus Rotwein.

Entzündungen, Thrombosen und oxidativer Stress führen zu Arteriosklerose
Herz- und Gefäß-Erkrankungen sind die führenden Todesursachen in vielen Teilen der Welt. Meist liegt ihnen eine Arteriosklerose zugrunde, volkstümlich auch als Gefäßverkalkung bekannt. Was fördert die „Verkalkung“ der Blutgefäße? Sehr häufig ist es ein Zusammenwirken von chronischen unterschwelligen Entzündungen, einer zunehmenden Gerinnungsneigung des Blutes, die das Thromboserisiko erhöht sowie oxidativer Stress, also ein Zuviel an reaktiven Molekülen, die Blutbestandteile und die Gefäße angreifen. Aus dieser Mischung kann sich ein dynamisches Geschehen entwickeln, das auch das Fortschreiten von Herz- und Gefäß-Krankheiten fördert.

Das heißt umgekehrt: Wer sich vor diesen Leiden schützen möchte, tut gut daran, den oxidativen Stress, das Entzündungsgeschehen und die Gerinnungsneigung des Blutes zu reduzieren. Hier kommt der moderate Weingenuss ins Spiel, der sich inzwischen in vielen Studien als protektiv für Herz und Gefäße erwiesen hat. Neben einem günstigen Effekt des Alkohols per se auf das „gute“ HDL-Cholesterin, konnten für viele Mikroinhaltstoffe des Weins bereits antioxidative, entzündungs- oder blutgerinnungshemmende Wirkungen nachgewiesen werden.

Weininhaltsstoffe wirken allen drei Risikofaktoren entgegen
Anhand von Laborstudien konnte nun erstmals gezeigt werden, dass verschiedene Weinextrakte parallel auf mehreren Ebenen den Ursachen einer Arteriosklerose entgegenwirken können. Dazu wurden fünf verschiedene Extrakte aus je fünf Weiß- und Rotweinen hergestellt, um sie in biologischen Testsystemen sowie an menschlichen Blutzellen zu testen: Vier wasserlösliche Extrakte (Phenol1-4) enthielten verschiedene Untergruppen phenolischer Verbindungen. Der fünfte Extrakt enthielt die fettlöslichen Inhaltsstoffe (Lipidfraktion) der Weine, inklusiver fettlöslicher Phenole. Natürlich enthält Wein (wie auch Salat oder Kräuter) nur winzigste Mengen fettlöslicher Substanzen. Aber da sie auch schützende Phenole beinhalten können, wurden sie hier ebenfalls analysiert.

Dabei zeigte sich, dass alle Extrakte antioxidativ, entzündungs- und gerinnungshemmend wirkten, jedoch in unterschiedlicher Kombination und Ausprägung. Weitere Studien sollen nun zeigen, welche Substanzen im Einzelnen für diese Effekte verantwortlich sind.

Weißweinextrakt am potentesten
Ein Weißwein-Extrakt (Phenol2) erwies sich von allen untersuchten Mischungen am potentesten: Es wirkte ebenso stark antioxidativ wie der entsprechende Extrakt aus Rotwein, fast genauso gut gerinnungshemmend, dafür jedoch deutlich stärker entzündungshemmend, sodass er in der Gesamtbewertung am besten abschnitt. Die Autoren schließen aus ihren Ergebnissen, dass sowohl Weiß- als auch Rotwein biologisch potente Begleitstoffe zur Vorbeugung von Herz- und Gefäß-Krankheiten mitbringen und dass der mögliche Schutzeffekt eines Weines nicht von seiner Farbe abhängt.

Quelle: Fragopoulou, E et al.: Evaluation of anti-inflammatory, anti-platelet and anti-oxidant activity of wine extracts prepared from ten different grape varieties. Molecules 2020;25:5054

 

Erstellt am
Phenolische Substanzen

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