Kommunikationsstrategie für die WiM-Botschafter

OIV-Kongress

Der 40. Weltkongress für Rebe und Wein der OIV (Organisation Internationale de la Vigne et du Vin; Internationale Organisation für Rebe und Wein) fand in diesem Jahr im bulgarischen Sofia statt. Vom 29. Mai bis 2. Juni 2017 wurde mit Wissenschaftlern aus aller Welt über Wein und Weinbau diskutiert. Dazu gehören auch die Erhaltung des Weinkulturerbes, die gesundheitlichen Aspekte des Weinkonsums und die Bildungsaktivitäten innerhalb der Weinbranche. Da durfte die Initiative Wine in Moderation (WiM) nicht fehlen.

Dr. Gergely Szolnoki

Nachgefragt: Die deutschen WiM-Botschafter

Vorgestellt wurde dem Kongresspublikum ein von dem Institut für Betriebswirtschaft und Marktforschung der Hochschule Geisenheim University betreutes Pilotprojekt. Unter der Leitung von Dr. Gergely Szolnoki aus Geisenheim hatte die Studentin Constanze Hepp sich mit den deutschen Wine in Moderation-Botschaftern im Rahmen ihrer Bachelor-Arbeit befasst. Ziel war es, auszuloten, in welchem Maße die WiM-Botschafter die Wine in Moderation-Initiative und deren Inhalte vom bewussten Weinkonsum noch effizienter in die deutsche Weinbranche tragen können.

Aus der Branche in die Branche

Hintergrund: Die europäische Weinwirtschaft hatte sich mit Wine in Moderation gegenüber der EU-Kommission verpflichtet, ihren Teil dazu beizutragen, um alkoholbedingte Schäden zu reduzieren. Unter der Prämisse, dass Informationen und Bildung nachhaltiger gegen Missbrauch wirken als gesetzliche Restriktionen, wie Warnhinweise oder Werbeverbote für Wein, informiert die DWA seit Jahren systematisch die Schulen mit weinnahen Ausbildungsgängen. Diese Aktivitäten in der Berufsausbildung verlaufen sehr erfolgreich. Es wurden bereits Tausende von Schülern und Studenten erreicht. Dagegen erwies sich die Penetration der WiM-Thematik in der bereits etablierten Weinbranche noch als unzureichend. Ein messbarer Faktor, der in der von der EU-Kommission geforderten Evaluierung die Unterstützung der Branche zeigt, wäre die Mitgliedschaft einzelner Weingüter, Kellereien und Genossenschaften. Auch dafür sollen die WiM-Botschafter werben. Bis dato geben fünf deutsche Winzer mit ihrem klaren Bekenntnis zu WiM der Initiative ein Gesicht und vermitteln die Botschaften glaubwürdig in die Branche hinein.

Constanze Hepp

Wichtige Botschaften sind angekommen, Ausbau erwünscht

Mit Hilfe strukturierter Interviews erfasste Constanze Hepp zunächst, wie bekannt die WiM-Botschaften in der Branche sind. Immerhin 15 von 18 Befragten kannten die Initiative. Auf die Nachfrage, worum es bei WiM geht, wurden Begriffe wie „bewusst“, „nachhaltig“, „moderat“ und „verantwortungsbewusst“ genannt. Bekannt war zudem, dass WiM sowohl die Interessen der Konsumenten als auch der Produzenten vertritt. Nur die Hälfte der Befragten konnte allerdings konkrete Aktivitäten der WiM-Botschafter benennen, hier besteht unzweifelhaft noch Nachholbedarf. Vor allem den Praxisbezug gilt es für WiM und die Botschafter noch deutlicher herauszustellen, z.B. dass sich durch eine erfolgreiche Umsetzung auch politische und strukturelle Restriktionen verhindern ließen, die die Weinwirtschaft empfindlich treffen könnten. Bekanntes Beispiel ist das in Frankreich seit Jahren bestehende Werbeverbot („Loi Evin“).  

Die Auswahl der WiM-Botschafter wurde von den Befragten als gut und repräsentativ angesehen. Allerdings bedürfen die Einsatzbereiche und das Kommunikationskonzept der Botschafter noch einer Ausarbeitung. Hierzu wurde bereits eine weitere Bachelorarbeit initiiert, die eine quantitative Analyse in Form weiterer Befragungen mit 200 Personen vornimmt.  

Informationen zum Kongress unter: http://www.oiv2017.bg/de/home-page-3/, über die fünf deutschen WiM-Botschafter unter http://www.deutscheweinakademie.de/wim-botschafter/

Verwandte Themen

Informationen zum Präventionsprogramm

Weiterlesen

WEIN UND GESUNDHEIT FÜR KULTUR- UND WEINBOTSCHAFTER

Weiterlesen