DWA-Symposium liefert Basis für Ärztefortbildung

Was vor 20 Jahren in der Medizin galt, gilt häufig heute nicht mehr. Die Forschung und die daraus folgenden Erkenntnisse zu medizinischen Themen sind ständig im Fluss. Daher gehört es zum Selbstverständnis des Arztes, seine Fachkenntnisse kontinuierlich zu aktualisieren und zu erweitern.

Da für eine qualitätsgesicherte Patientenversorgung die ärztliche Qualifikation Voraussetzung ist, sind Fachärzte nach ihren Berufsordnungen zur Fortbildung verpflichtet, was sie auch belegen müssen. Dies geschieht durch Sammlung von Fortbildungspunkten, die die Mediziner durch Teilnahme an CME-zertifizierten Maßnahmen erhalten. CME steht für Continuing Medical Education, abgeleitet aus dem Englischen für fortlaufende medizinische Bildung. Darüber, ob eine Veranstaltung als Fortbildung anerkannt und zertifiziert wird, entscheiden die zuständigen Ärztekammern. 

Damit den Medizinern auch kostenlose und zeitsparende Fortbildungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, werden über CME-Portale im Internet zertifizierte Kurse online angeboten. Auch sie vermitteln den Ärzten aktuelles, wissenschaftlich fundiertes und an den gültigen Leitlinien orientiertes Fachwissen.

li: Prof. Dr. Nicolai Worm, re: Prof. Dr. Ramon Estruch auf dem Internistenkongress in Mannheim

Update zu Krebsrisiko

Auf Basis des DWA-Symposiums im Rahmen des diesjährigen Internistenkongresses am 14. April 2018 in Mannheim steht nun eine neue zertifizierte ärztliche Fortbildung zur Verfügung, die mit zwei CME-Punkten ausgestattet ist. Sie kann ab sofort von allen interessierten Ärzten online abgerufen werden. Zur Vorbereitung auf die Prüfungsfragen steht zudem die schriftliche Ausarbeitung zur Verfügung.

Evidenzbasierte Medizin

Als Lernziele für die Fortbildung wurde unter anderem festgelegt, dass die Ärzte mittels eines umfassenden Überblicks zu den aktuellen Studien eine Risikobewertung zu Alkohol und Krebs vornehmen können.

Dafür spielen nicht nur der Konsum des reinen Alkohols eine Rolle, sondern in verstärktem Maße die Lebensumstände und Konsumgewohnheiten.

So erhöhen vor allem die Kombination von Tabak und Alkohol und das Sturz-bzw. Rauschtrinken das Krebsrisiko. Ohne diese Faktoren ist nach der aktuellen Forschungslage das Krebsrisiko und das Gesamtsterberisiko bei leichten bis moderaten Konsumenten alkoholischer Getränke im Vergleich zu Abstinenten sogar erniedrigt. Dies zeigte sich in besonderem Maße, wenn nach mediterranem Muster gegessen und getrunken wird, d.h. ein Glas Wein zur Mahlzeit und eine Ernährung, die geprägt ist von reichlich Obst, Gemüse, Olivenöl und Fisch.

In den Ausführungen der Fortbildung kommen auch die Schwierigkeiten bei der Aus- und Bewertung von internationalen Studien zur Sprache, die sich u.a. aus den uneinheitlichen Definitionen von so genannten Standarddrinks ergeben.  

Weitere Infos und Kursdownload hier.

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