WINE in MODERATION

WINE in MODERATION-Seminar für die Weinwirtschaft

Teilnehmer des Wine in Moderation-Seminars

Wein zwischen Genuss und Risiko, so lautete der rote Faden des Tagesseminars, das die DWA im Auftrag des Deutschen Weininstituts für Mitarbeiter von Weingütern und des Weinhandels am 12. Oktober 2016 veranstaltete. Die wissenschaftliche Leiterin der DWA, Dr. Claudia Stein-Hammer, informierte die Teilnehmer dabei umfassend über die Bedeutung, die Hintergründe und die Umsetzungsmöglichkeiten von Wine in Moderation (WiM), der europäischen Initiative für verantwortungsvollen Weinkonsum. Ziel der von der Weinwirtschaft unterstützten Kampagne ist es, den Wein als Kulturgut und gesunden Lebensstilfaktor zu pflegen und zu erhalten, wovon letztlich alle Beteiligten profitieren. 

Gesundheitspolitik, Jugendschutz, Weinwerbung und gesunde Trinkmuster

Das Themenspektrum umfasste neben weinrelevanten gesundheits- und alkoholpolitischen Hintergründen auch die gesetzlichen Vorgaben des Jugendschutzes und des Straßenverkehrs sowie Informationen darüber, wie die Werbung für Wein und Sekt nicht nur peppig und wirksam, sondern auch legal und verantwortungsvoll gestaltet werden kann. Die Klippen, die es dabei zu umschiffen gilt, reichen vom einschlägigen Werberecht bis zur Health Claims-Verordnung. Eine wichtige Hilfestellung bieten hierbei die „Wine Communication Standards“, der sich alle WiM-Mitglieder verpflichtet haben.

Einen Großteil des Tages nahmen gesundheitlichen Aspekte ein. So lernten die Teilnehmer die wissenschaftliche Datenlage zu den verschiedenen Einflüssen alkoholischer Getränke kennen. Dabei kamen sowohl die negativen Effekte des Missbrauchs, der Sucht und unvernünftiger Trinkmuster zur Sprache als auch die vielen positiven Effekte eines moderaten Konsums auf das Herz-Kreislauf-System, das Diabetes- und Demenzrisiko.

Seminar-Teilnehmer und Referentin (Dr. Claudia Stein-Hammer, 4. v. links)

Wissen über Problemstoffe aufgefrischt

Auf besonderes Interesse stießen diesmal die Problemstoffe Schwefel und Histamin, weil viele Kunden dazu Fragen haben. Die Tagungsleiterin erläuterte dazu nicht nur die Kennzeichnungspflicht, sondern auch die Aufgaben der Sulfite im Wein: sie konservieren, wirken antioxidativ und stabilisieren die Weininhaltsstoffe.  

Neben Wein werden viele andere Lebensmittel geschwefelt, wie etwa Kartoffelprodukte und Trockenfrüchte. Auch sie bereiten Menschen mit einer Sulfit-Überempfindlichkeit, wie sie bei etwa 5 bis 10 % der Asthmatiker zu beobachten ist, Beschwerden. Für die meisten Menschen ist Sulfit folglich kein Problem, schon gar kein weinspezifisches. Wer empfindlich reagiert, kann trockene Weine und jene mit geringem Schwefelgehalt bevorzugen – und dazu sollte der Weinhändler dann auch Auskunft geben können. 

Käse zum Wein? Tipps für Histamin empfindliche Personen

Ähnlich verhält es sich beim Thema Histamin, einem biogenen Amin, das durch mikrobielle Umsetzungen in allen fermentierten und gereiften Lebensmitteln wie Salami, Sauerkraut, Käse und Fisch vorkommt und bei empfindlichen Personen zu Beschwerden führen kann. Die Gehalte im Wein werden durch klimatische Bedingungen und die Kellereitechnik beeinflusst. Da alkoholhaltige Flüssigkeiten den Histaminpegel im Blut rasch erhöhen und seinen Abbau verlangsamen können, sollten histaminempfindliche Weinfreunde darauf hingewiesen werden, welche Lebensmittel sich als Begleiter zum Wein eignen und welche besser nicht dazu gegessen werden sollten.

 

 

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