WINE in MODERATION INTERNATIONAL

WiM-Fortbildung in Rust: professionelles Empowerment für 2017

Reihe 1: von links nach rechts: Prof. Dr. Nicolai Worm, Ursula Fradera, Stylianos Filopoulos, George Sandeman

Österreich war dieses Jahr Gastgeber des Herbsttreffens der Wine in Moderation-Association, das vom 4. bis 6. Oktober 2016 in Rust stattfand. Die Fortbildung stand unter dem Motto „professionelles Empowerment“ und eröffnete mit einem Treffen der Wissenschaftler, die im Rahmen eines Seminars am 5. Oktober die aktuelle Datenlage zum Thema moderaten Konsum vorstellten und zusammenfassten. Dieses Seminar wurde von Mitgliedern des Wine Information Councils (WIC) bestritten und von der Wine in Moderation-Vize-Präsidentin Ursula Fradera (DWA) moderiert.

Auf der Suche nach der besten Evidenz

Prof. Dr. Nicolai Worm

Zunächst legte Prof. Nicolai Worm aus München dar, wie wichtig es ist, in der täglichen Fülle an Publikationen jene mit der höchsten Aussagekraft zu identifizieren. Nur so können auch kritische Stimmen eindeutig widerlegt werden. Nach wie vor dominieren epidemiologische Studien das Feld, die aufgrund ihres beobachtenden Charakters nur Korrelationen, jedoch keine Ursache-Wirkungs-Beziehungen aufzeigen können.

Es braucht daher klare Kriterien dafür, wann ein statistischer Zusammenhang als gesichert gelten darf. Die Vorgaben der Cochrane-Zentren und des britischen Statistikers und Epidemiologen Austin Bradford Hill bieten hierzu Hilfestellung. Anhand ihrer Kriterien, so Worm, könne die Evidenz für positive Effekte eines moderaten Weinkonsums auf Herz- und Gefäßkrankheiten, Diabetes und die Gesamtsterblichkeit als wahrscheinlich eingestuft werden. 

Wein: wesentlicher Teil der mediterranen Lebensweise

Prof. Rosa Lamuela-Raventos von der Universität im spanischen Barcelona knüpfte mit ihrem Beitrag über die Rolle des Weins in der mediterranen Ernährung direkt an Worms Ausführungen an. So habe die spanische PREDIMED-Studie, an der sie beteiligt war, die Evidenzbasis pro Wein erweitern können. Eine mediterrane Kost, wie unter anderem in PREDIMED untersucht, trage zum Schutz vor Herz- und Gefäßleiden und Diabetes bei und der moderate Weingenuss wiederum trage zu den Vorteilen einer mediterranen Kost bei. Dafür seien insbesondere die 75 Polyphenole des Weins mitverantwortlich. 

Auch Prof. Mladen Boban von der Universität in Split sprach über den moderaten Weinkonsum als wichtigen Bestandteil einer mediterranen Kost, jedoch mit besonderem Fokus auf den durch das Essen ausgelösten oxidativen Stress und die damit einhergehenden, gesundheitsschädlichen Entzündungsvorgänge. Er legte dar, was unter moderat zu verstehen ist und wo der maximale Benefit und das geringste Risiko zu erwarten sind. In diesem Zusammenhang, so Boban, sei aber nicht nur die Trinkmenge wichtig, sondern ganz entscheidend auch das Trinkmuster: dass der Wein am besten zusammen mit Wasser zu einer Mahlzeit genossen werden sollte. Nur so könnten die Polyphenole ihre antioxidativen Eigenschaften optimal entfalten und im Zusammenspiel mit der Darmflora Entzündungsreaktionen entgegenwirken. 

Lebhafte Diskussionen am runden Tisch

Angeregt durch das Webinar über internationale Trink-Empfehlungen von Dr. Creina Stockley vom australischen Weininstitut, entfaltete sich im zweiten Teil des WIC-Seminars eine äußerst lebhafte Debatte, an der sich auch die Referenten des ersten Teils beteiligten. 

Die Wissenschaftsrunde war sich am Ende der Tagung einig, dass kein Bedarf besteht, die derzeit gültigen Wine in Moderation-Guidelines zu ändern. Siehe auch:

http://www.deutscheweinakademie.de/themen/konsumgrenzen-dosis/#c410

http://www.deutscheweinakademie.de/themen/konsumgrenzen-dosis/#c414

 

 

Im Rahmen der Fortbildung wurde in einem kleinen Festakt den nationalen Koordinatoren der WIM-Kampagne, zu denen für Deutschland die DWA zählt, offizielle Mitgliedsurkunden überreicht. Für die DWA nahm Ursula Fradera diese Ehrung entgegen.

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