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Moderater Konsum: Verbesserte Herzgefäß-Gesundheit auch bei Diabetikern

Die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus erhöht das Risiko für Erkrankungen des Herzens und des Gefäßsystems. Aus mehreren Studien ist bekannt, dass ein moderater Konsum alkoholischer Getränke mit einem verminderten Risiko für diese Krankheiten einhergeht, ebenso wie mit einer geringeren Sterblichkeit. Auch das Risiko, an Diabetes zu erkranken, verringert sich, vor allem wenn Wein zum Essen und in moderater Dosis genossen wird. Doch wie ist die Situation bei bereits an Diabetes erkrankten Menschen? Auch dazu gibt es inzwischen eine Reihe von Studien, deren Ergebnisse von Wissenschaftlern der Universität Denver zusammengetragen wurden.

Bestätigt: geringeres Diabetesrisiko

Das verminderte Diabetesrisiko bei moderatem Konsum alkoholischer Getränke zeigte sich in praktisch allen großen Beobachtungsstudien, die dazu veröffentlicht wurden. Von Japan über die USA bis nach Europa: Sehr häufig fand man einen J-förmigen Zusammenhang, der zeigt, dass das geringste Erkrankungsrisiko bei leichtem bis mäßigem Genuss zu verzeichnen ist.

Bei Abstinenz und bei hohem Konsum steigt es an.

Bedauerlicherweise nutzten nicht alle der in der Tabelle (s. u.) aufgeführten Studien dieselben Kriterien zur Einschätzung der Trinkgewohnheiten. Auch wurde in vielen Fällen nicht nach Art der Getränke unterschieden. Dennoch ist das Bild nach Einschätzung der Autoren der Übersichtsarbeit konsistent genug, um folgende Schlussfolgerung zu ziehen: „Alles in allem berichten die meisten Studien, dass ein leichter bis moderater Konsum alkoholischer Getränke das Diabetesrisiko senkt, während es bei hohem Konsum steigt. Verglichen mit anderen Getränken sorgt der Wein meist für einen besseren Schutz.“ 

Genießen Diabetiker anders?

In ihrer Übersichtsarbeit wollten die Forscher zudem herausfinden, ob und in welchem Ausmaß Diabetiker alkoholische Getränke konsumieren. Es wurde nicht zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes unterschieden, den beiden wichtigsten Varianten der Krankheit. Die Ergebnisse der dazu publizierten und ausgewerteten Studien fassen die Autoren so zusammen: Es habe sich gezeigt, dass der Genuss alkoholischer Getränke auch bei Diabetikern üblich sei, bei Männern eher als bei Frauen. Auch ein problematisches Trinkverhalten komme bei männlichen Patienten häufiger vor. Grundsätzlich tranken Diabetiker jedoch seltener oder geringere Mengen als Nichtdiabetiker. 

Die entscheidende Frage ist jedoch, ob Diabetiker auch davon profitieren, wenn sie maßvoll alkoholische Getränke zu sich nehmen. Die dahin gehende Auswertung der Studien ergab, dass dies tatsächlich der Fall ist: Während ein hoher Konsum die Risikofaktoren für Herzgefäßleiden steigert (z. B. die Triglyzeride), geht ein moderater Genuss mit verbesserten Werten einher. So steigt das günstige HDL-Cholesterin an und der Langzeitzuckerwert HbA1c fiel geringer aus als bei Abstinenz. 

Auch weniger „harte“ Endpunkte

Risikofaktoren sind das eine, tatsächlich eingetretene Krankheiten das andere. Hier spricht man von sogenannten „harten“ Endpunkten, die letztlich aussagekräftiger sind als ein Blutwert. Tatsächlich fanden sich in den ausgewerteten Studien verminderte Risiken für das Auftreten von Herzinfarkten oder einer instabilen Angina pectoris wenn alkoholische Getränke maßvoll genossen wurden. Da auch in diesen Studien unterschiedliche Kategorien zur Einschätzung des Konsums verwendet wurden, lässt sich keine absolute Zahl für das günstigste Trinkmuster nennen. Die Autoren fanden jedoch auch hier meist eine J-förmige Beziehung mit den geringsten Risiken bei leichtem bis mäßigem Konsum, verglichen mit Alkoholverzicht. Die Auswertung von sieben diesbezüglichen Studien ergab insbesondere für Männer sogar eine geringere Sterberate, wenn mäßige Mengen konsumiert wurden. Und das ist der „härteste“ Endpunkt.

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