Nachlese

Wein und Literatur – neues Veranstaltungsformat begeistert

Prof. Dr. Markus Flesch

„Literatur und Wein bei Vollmondschein“, so lautete der Titel einer Vortragsveranstaltung, die der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Weinakademie (DWA), Prof. Dr. Markus Flesch, unter Mitwirkung der DWA erstmals erprobte. Das Engagement wurde belohnt, denn aufgrund der guten Resonanz soll es schon bald eine zweite Veranstaltung geben. 

Zwischen Rausch und Kreativität

Das erste Seminar über Literatur und Wein fand am 20. Juli 2016 bei bestem Sommerwetter und Vollmond in Kooperation mit dem Lionsclub Soest im sogenannten Feldgarten Albersmeier statt. Der rund ein Hektar große Park mit Blumengarten im westfälischen Lippetal bot den passenden Rahmen für die literarisch-kulinarische Begegnung. Basierend auf dem Buch „Die Muse Wein. Zwischen Rausch und Kreativität.“ von Prof. Hans J. Koch und den Ausarbeitungen der DWA servierte der Referent Prof. Markus Flesch literarische Kostbarkeiten zum Thema Wein zu den Lieblingstropfen von Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Heinrich Heine, Carl Zuckmeyer, Gerhard Hauptmann, Wilhelm Busch und Hermann Hesse.  

Die Weine stammten aus dem Rheingau, aus Württemberg, Rheinhessen und Franken. Der Dichter Heinrich Heine etwa wuchs mit Weinen aus dem Rheingau und vom Mittelrhein auf, weshalb er zu einem Riesling vom Schloss Johannisberg zitiert wurde. Friedrich Schiller hingegen war Württemberger, geboren in Marbach am Neckar. Für ihn stellte sich die Frage: „Ein Wirtemberger ohne Wein, kann der ein Wirtemberger sein?“ Da Schillers Vater Leiter der Hofgärten des Herzogs Carl Eugen von Württemberg war, passte zu diesem Zitat ein Lemberger vom Weingut Herzog von Württemberg. 

Die Weine der Dichter und Denker

Der Rheinhesse Carl Zuckmayer hat dem Wein mit „Der Fröhliche Weinberg“ ein literarisches Denkmal gesetzt. Dazu servierte man einen Spätburgunder aus einem rheinhessischen Weingut in Essenheim nahe Mainz. Gerhardt Hauptmann war zwar gebürtiger Schlesier, aber dennoch ein großer Weinfreund, der Weine aus Franken liebte. Der ihm zu Ehren kredenzte Silvaner vom Würzburger Stein hätte auch Goethe gemundet, der diesen Tropfen ganz besonders schätzte – wie auch viele andere Weine. Auch Wilhelm Busch kam zur Sprache, dessen bekanntestes Weinzitat aus seinem Werk „Abenteuer eines Junggesellen“ von 1875 wohl jeder kennt: „Rotwein ist für alte Knaben eine von den besten Gaben."  

Die 40 Teilnehmer genossen den literarischen Streifzug durch die deutsche Weinlandschaft sehr. Über das Fazit des Abends freuten sich denn auch Teilnehmer wie Veranstalter: „Wein ist ein wichtiger Teil unserer Kultur und hat nicht nur Dichter und Denker über Jahrhunderte inspiriert“. Für die nächste Veranstaltung im Winter steht der Titel schon fest: „Literatur und Wein bei Kerzenschein“.

Fortsetzung folgt – bei Kerzenschein

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