We don’t drink alcohol - we drink wine

Zehn Jahre Wine in Moderation - zehn Jahre nachhaltige Weinkultur

We don’t drink alcohol - we drink wine. So resümierte George Sandeman das Zehn-Jahre-Wine in Moderation-Treffen in Reims. Zehn Jahre für eine nachhaltige Weinkultur. Dieser offizielle Titel offenbart mehr als ein Präventionsprogramm. 60 „Aktive“ aus vielen Ländern treffen sich in der Champagne, aber nicht nur zum Feiern sondern zum Revue passieren lassen und zum Erarbeiten von Zukunftsstrategien. Denn Stillstand ist Rückschritt.

Aus ursprünglich sechs Akteuren sind es mittlerweile 18 nationale Vertreter aus 17 Ländern geworden. Mit fünf südamerikanischen Staaten ist aus einem europäischen Programm eine weltweite Bewegung entstanden. Alle gemeinsam stehen für ein Produkt, das mehr ist als Alkohol, obwohl es das Thema Alkohol war, durch das die Kampagne initiiert wurde. Gemeinsam gegen alkoholbezogene Schäden, das war die Verpflichtung gegenüber der EU-Kommission vor zehn Jahren. Keiner wusste so recht, was er wie anfangen sollte, wohin die Reise gehen und wo sie enden würde. Eines wissen wir heute: Verhalten kann man nicht in wenigen Jahren ändern. Wine in Moderation ist ein Langzeitprojekt, eine Einstellung, eine Investition in die Zukunft.

Womit haben wir die meisten Probleme? Mit Gesundheitsfragen. Sie brauchen Vertrauen, dass man Wine in Moderation gerne abspricht, weil getragen von der Wirtschaft - und das hat heutzutage immer etwas Suspektes. Gesundheitsaussagen stützen sich auf ein wissenschaftliches Fundament. Auch in unseren Reihen tun sich einige schwer mit diesen Aspekten, springen auf die Überschriften, dass das alles Lobbyismus sei mit der J-Kurve, mit den Benefits eines moderaten Weinkonsums. Ich möchte von mir behaupten, die Literatur recht gut zu kennen. Wenn ich zu einem anderen Schluss kommen sollte als dem, dass die Kurve existiert, könnte ich diese Arbeit nicht mehr tun. Dazu gehört aber auch, dass wir die Einschränkungen erkennen und akzeptieren. Die rechte Seite der J-Kurve - das exponentielle Steigen des Risikos bei Zuviel - ist ebenso unumstritten. Auch nicht wegzudiskutieren ist das steigende Brustkrebsrisiko, wenn bestimmte Rahmenbedingungen vorliegen, wie besondere genetische Varianten des Alkoholabbaus, wie zu wenig Folsäure oder bei Hormonersatztherapien. Komplexe Zusammenhänge, die nicht einfach in einem Zweizeiler zu erklären sind. Dafür brauchen wir unabhängige glaubwürdige Wissenschaftler. Aber das ist die Krux: Bezahlt der Sektor sie für ihre Forschung? Büßen sie dadurch ihre Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit ein? Wer macht etwas ohne Geld? Die wenigsten. Auch die Alkoholgegner werden finanziert - für ihre Forschung und Kommunikation.

Wir brauchen Belege; diese liefert uns die Forschung. Und sachliche Kommunikation; das haben die letzten Wochen eindrücklich gezeigt. Unzureichende (politische) Interpretation von klaren (biologischen) Ergebnissen. Wir müssen genau hinschauen. Und dann ausgewogen, aber selbstbewusst kommunizieren, dass wir keinen Alkohol trinken, sondern dass wir für moderaten Weinkonsum eingebettet in einen gesunden Lebensstil stehen.

Und das hat viel mit nachhaltiger Weinkultur zu tun. Das haben wir in der Champagne gefeiert. We don’t drink alcohol - we drink wine.

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