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DWA-Symposium auf Gesundheitskongress in Dresden

Prof. Dr. N. Worm, Dr. C. Stein-Hammer, Prof. Dr. K. Rett (von links nach rechts)

Im Rahmen des diesjährigen Ernährungskongresses in Dresden informierte die DWA am 9. Juni 2016 in einem Symposium über die ernährungsmedizinischen Aspekte des moderaten Weinkonsums. 130 Wissenschaftler verfolgten die Ausführungen der Ernährungsexperten Experten Prof. Dr. Nicolai Worm, München und Prof. Dr. Kristian Rett, Frankfurt am Main. Dabei standen die Volkskrankheiten Diabetes und NichtaIkoholische Fettleber im Zentrum des Interesses. 

Wie der Lebensstil krank ...

Beide Erkrankungen, so Worm, hängen eng mit dem modernen Lebensstil zusammen- kurz: zu viel Kalorien, zu wenig Bewegung. Derartige Konstellation führe dazu, dass Körperzellen nicht mehr adäquat auf das körpereigene Hormon Insulin reagieren, es komme zu einer so genannten Insulinresistenz. Diese wiederum zieht eine übermäßige Fettbildung und Fettansammlung in der Leber nach sich; die Nichtalkoholische Fettlebererkrankung NAFLD, ist die Folge. Es handelt sich hierbei nicht um eine isolierte Lebererkrankung, sondern um eine Ausprägung des Metabolischen Syndroms. Damit sei sie zugleich ein unabhängiger Risikofaktor für Typ-2-Diabetes und kardiovaskuläre Krankheiten. Bislang gibt es kein Medikament gegen NAFLD. 

... und gesund machen kann

Aus diesem Grund sieht Worm in einem verbesserten Lebensstil, sprich durch gezielte Bewegung, ausreichend Schlaf und Sonne sowie ein verbessertes Ess- und Trinkverhalten, die Basis zur Vorbeugung und Behandlung einer NAFLD. Deren Ziel ist es, die Insulinresistenz zurückzubilden, damit die Leber entfetten und der Stoffwechsel sich normalisieren kann. Wie Worm eindrucksvoll aufzeigte, kann dazu der moderate Weingenuss beitragen. 

Der Alkohol wirkt direkt der Ursache der Stoffwechselstörung entgegen: Bei Mengen bis zu 35 g pro Tag werden die Körperzellen wieder empfänglich für Insulin. Wein habe sich wegen der zusätzlichen phenolischen Substanzen als besonders geeignet gezeigt. Mehr als ein viertel Liter sei allerdings nicht zu empfehlen. Ein moderater Weinkonsum geht denn auch im Vergleich zur Abstinenz mit einem verminderten Risiko für NAFLD und ihren Folgeerkrankungen wie Metabolisches Syndrom, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen einher.  

Prof. Dr. Nicolai Worm vor interessierten Ernährungsexperten.

Wein auch für Diabetiker?

Der Internist, Diabetologe und Chefarzt des Krankenhauses Sachsenhausen in Frankfurt Prof. Dr. Kristian Rett eröffnete sein Feuerwerk an wissenschaftliche Daten mit der provokanten Frage, ob man Diabetikern Wein verbieten oder gar verordnen solle. Auch zeigte er eindrucksvolle wissenschaftliche Belege dafür, dass es nach Alkoholgenuss an der Skelettmuskultur zu insulinähnlichen Effekten komme. In der Folge können die Muskelzellen den Blutzucker wieder besser aufnehmen. Veränderungen des Leberstoffwechsels sorgten außerdem dafür, dass der Blutzuckerspiegel nicht übermäßig ansteige. Weil es jedoch auch zu sehr niedrigen Blutzuckerwerten kommen kann, betonte Rett wiederholt, dass Diabetespatienten alkoholische Getränke grundsätzlich zu einer Mahlzeit konsumieren sollten. 

Auch in der Vorbeugung spreche nichts gegen ein Glas Wein, so Rett, denn mehrere Meta-Analysen hätten gezeigt, dass nicht etwa die Abstinenz, sondern der moderate Konsum alkoholischer Getränke mit dem geringsten Diabetesrisiko einhergeht, wobei besonders Frauen profitieren.  

Prof. Dr. Kristian Rett

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