Wissenschaftlicher Beirat

DWA-Beirat tagt in Logroño

Im Vorfeld des Weltkongresses „WineHealth 2017“ am 15. Februar tagte auch der wissenschaftliche Beirat der DWA in Logroño. Damit nutze man die exzellente Möglichkeit, mit Wissenschaftlern aus allen Kontinenten über die neuesten Erkenntnisse zu diskutieren. Neben 35 Präsentationen und 33 Postern bot der Kongress auch außerhalb des offiziellen Programms vielfältige Möglichkeiten zum internationalen fachlichen Austausch. 

DWA auf dem Internistenkongress

Das Thema Wein und Gesundheit ist komplex und bedarf einer differenzierten Kommunikation. Daher richtet sich die DWA in diesem Teilbereich ihrer Arbeit in erster Linie an wissenschaftliche Kreise. Dazu gehört in diesem Jahr auch die Durchführung eines Symposiums für Ärzte auf dem Internistenkongress in Mannheim. Prof. Kristian Rett und die israelische Forscherin Prof. Iris Shai werden unter dem Dachthema: Diabetes – Einfluss des Lebensstilfaktors Wein interessante Präsentationen beitragen. 

„Vielleicht ergibt sich bei diesem Medizinerkongress auch die Möglichkeit, auf die zuweilen verzerrte Berichterstattung von Fakten in den Medien hinzuweisen“, gibt Prof. Rett zu bedenken. 

Die Schwierigkeiten des Transfers wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Politik und die Medien kennen die Beiratsmitglieder auch aus eigener Erfahrung. Das gesellschaftliche Klima habe sich in den letzten Jahren geändert, zunehmend gelte es selbst in Fachkreisen als „politisch unkorrekt“, positive gesundheitliche Aspekte alkoholischer Getränken zu kommunizieren. Oft werde dies damit begründet, dass die Konsumenten nicht in der Lage seien, eine differenzierte Betrachtungsweise zu verstehen. Erschwerend für die Anerkennung von Informationen wirke manchmal auch, dass die DWA von der Weinwirtschaft getragen wird.

Weiterhin auf evidenzbasierte Fakten setzen...

Die Präsentation Prof. Kristian Retts auf dem bevorstehenden Kongress gab den Anstoß zu einer intensiven Diskussion unter den Beiratsmitgliedern und warf die Frage auf, wie man dem allgegenwärtigen Trend zu „alternativen Fakten“ rund um den Wein begegnen soll. An zahlreichen Beispielen zeigte Rett auf, wie kontrovers die Wissenschaft teilweise interpretiert wird. Stellvertretend für viele verwies er dazu auf die CASCADE-Study, die erste randomisierte Interventionsstudie zur gesundheitlichen Wirkung von Wein bei Typ 2-Diabetikern. Besonders an dieser Studie war nicht nur ihr sorgfältiges und aussagekräftiges Design, sondern auch die Berücksichtigung der genetischen Varianten des Alkohol abbauenden Enzyms Alkohol-Dehydrogenase (ADH).  

Je nachdem, ob ein Diabetiker eine schnelle oder eine langsame Variante des Enzyms besaß, profitierte er mehr oder weniger vom moderaten Weingenuss (150 ml täglich). Allerdings war weder in der Fachpresse noch in populären Medien etwas über die Einzigartigkeit der Studie, über ihre positiven Ergebnisse für die Weintrinker oder über die Berücksichtigung der genetischen Enzymvarianten zu lesen. Dagegen wurden die viel weniger aussagekräftigen Ergebnisse aus Unteranalysen hervorgehoben und mit falschen Negativ-Schlagzeilen belegt. 

Weiterhin korrekt informieren...

Der Beirat betonte vollumfänglich, dass es gerade angesichts der Verbreitung „alternativer Fakten“ dringend notwendig sei, insbesondere die medizinische Fachwelt noch intensiver über die belegten gesundheitlichen Wirkungen des Weines zu informieren. Auch Fehlinterpretationen und Missverständnisse müssten dabei offen angesprochen werden, um einer selektiven und vom Zeitgeist bestimmten Kommunikation entgegenzuwirken.  

Die Arbeit der DWA sei ausreichend mit Fakten untermauert. Diese gute wissenschaftliche Grundlage müsse intensiv genutzt werden. Darin werden die Beiräte die DWA auch weiterhin unterstützen.

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