DWA Beirat

Deutsch-italienischer Wissenschaftsaustausch anlässlich der INTERVITIS

V.l.n.r.: Prof. B. Donati, Dr. A. Paschke-Kratzin, Prof. G. de Gaetano, Prof. Dr. M. Christmann, Dr. C. Stein-
Hammer, Prof. K. Rett, Prof. N. Worm, U. Fradera, Prof. M. Flesch, Prof. D. Rauhut, S. Filopoulos

Die INTERVITIS hatte in diesem Jahr Italien als Partnerland zu Gast. Die DWA nutzte diese Gelegenheit zu einem deutsch-italienischen gesundheitswissenschaftlichen Austausch, für den sie Prof. Giovanni de Gaetano gewinnen konnte. Der Direktor der Abteilung Epidemiologie und Prävention des Instituts für Neurologie NEUROMED im italienischen Pozzilli ist hoch angesehen, wenn es um die Themen alkoholische Getränke, Trinkmuster, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sterblichkeit geht und war den DWA-Beiräten aus der internationalen Fachliteratur bestens bekannt. Der persönliche Austausch war dennoch für alle ein Gewinn. 

Aktuelles über Wein und Gesundheit im Round-Table-Gespräch

Gleich zu Beginn seiner Ausführungen wies de Gaetano darauf hin, dass Rauchen und Alkoholisches nicht in einen Topf geworfen werden dürften. Denn während jede Zigarette das Erkrankungsrisiko erhöht, folgt der Weinkonsum in der Regel einer J-förmigen Kurve. Das bedeutet, dass Menschen, die wenig bis moderate Mengen Wein konsumieren, seltener krank werden und länger leben als diejenigen, die zu viel trinken, aber auch als diejenigen, die abstinent leben. 

Neben den Vorteilen für das Herz-Kreislaufsystem wies de Gaetano auch auf die möglichen Risiken für andere Organe hin. So steigt das Risiko für manche Krebsarten durch alkoholische Getränke an, vor allem, wenn auch geraucht wird. Das besondere Interesse des DWA-Beirates galt in diesem Zusammenhang dem Brustkrebs. Manchen Studien zufolge soll das Risiko bereits durch geringe Mengen alkoholischer Getränke steigen. Nach Prof. de Gaetanos Aussage beruhen diese Studien jedoch überwiegend auf Befragungen, bei denen ein unrealistisch geringer Konsum angegeben wurde. In einigen Studien konnte dieses sogenannnte „Underreporting“ berücksichtigt werden. Sie fanden bei geringen bis moderaten Mengen alkoholischer Getränke kein erhöhtes Brustkrebsrisiko.  

Eigene Forschungen bestätigen internationale Daten

Für eine eigene Studie in seiner ostitalienischen Heimatregion Molise sammelte de Gaetano fünf Jahre lang Daten von knapp 25.000 Männern und Frauen. Von den Frauen konsumierten 46%, von den Männern 83% regelmäßig alkoholische Getränke. Rund drei Viertel der Teilnehmer seiner Moli-SANI genannten Studie bevorzugen Wein. Die Auswertungen bestätigen, dass bei 12 – 24 g Alkohol (im Bereich des Vierteles Wein)  täglich die Gesamtsterblichkeit am geringsten ist, insbesondere, wenn der Wein eine mediterrane Mahlzeit begleitet. Erst bei rund 40 g täglich ist wieder das Risiko abstinent lebender Personen erreicht. 

Für den Beirat der DWA zeigte sich erneut: Ohne eine detaillierte Kenntnis und Analyse der aktuellen Forschungsergebnisse ist eine balancierte Bewertung des sensiblen Themas Wein und Gesundheit nicht möglich.

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