Wissenschaftlicher Überblick

Risiken des übermäßigen Konsums

Ein maßvoller Konsum alkoholischer Getränke, vor allem von Wein, wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus. Das belegen zahlreiche Studien. Unbestritten ist jedoch auch, dass Alkoholexzesse vermehrt zu Unfällen und Verletzungen führen. Viele Todesfälle v.a. bei jungen Männern (im Alter zwischen 15 und 29 Jahren) stehen im Zusammenhang mit einem missbräuchlichen Alkoholgenuss.1

Der unsachgemäße Konsum alkoholischer Getränke wird auch für verschiedene chronische und die Lebensqualität verringernde Erkrankungen verantwortlich gemacht. So zeigt eine aktuelle amerikanische Übersichtsarbeit, dass durch „binge drinking“, also das Trinken größerer Mengen zu einem Anlass, das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkte und Schlaganfälle im mittleren und höheren Lebensalter signifikant steigt. Auch die Herzinfarktsterblichkeit ist erhöht, insbesondere bei den über 65-Jährigen. Bei jüngeren Menschen zwischen 18 und 30 Jahren finden sich ebenfalls Hinweise auf gesundheitliche Schäden am Herzen und Gefäßsystem. 1

Auch Erkrankungen wie Leberzirrhose, Alkoholismus, diverse Krebsformen, Pankreatitis und alkoholbedingte Hirnschäden werden in Verbindung mit übermäßigem Alkoholkonsum gebracht. Darüber hinaus bauen Menschen mit einer bestimmten genetischen Veranlagung (Aldehyddehydrogenase 2) das im Stoffwechsel entstehende Acetaldehyd schlechter ab und entwickeln daher leichter Alkohol-bedingte Schäden. Bei einer Kombination von übermäßigem Alkoholgenuss mit Rauchen, potenziert sich das Risiko für viele Erkrankungen, speziell für Tumore im oberen Verdauungstrakt und im Hals-Kehlkopfbereich.1

Bei schwangeren Frauen kann der Konsum alkoholischer Getränke zu Missbildungen des Embryos, zum fetalen Alkoholsyndrom führen. Dementsprechend ist ein völliger Alkoholverzicht in der Schwangerschaft angeraten.1

Die Frage nach der richtigen Dosis wird weltweit diskutiert. Die Empfehlungen in Europa, den USA, Japan und Australien betragen für Männer im Durchschnitt über 30 g Alkohol/Tag, für Frauen ca. 20 g. In Deutschland bewegen sich die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung propagierten Mengen mit 24 g Alkohol/Tag für Männer und 12 g für Frauen im unteren Bereich der weltweiten Empfehlungen. Europaweit sind es die niedrigsten Werte. Als vorteilhaftes Konsummuster werden dabei auch Abstinenztage einbezogen. Das europäische Wine in Moderation-Programm hat eine Dosisempfehlung erarbeitet, die auf den weltweit verfügbaren Richtlinien basiert, an die WHO low risk guidelines angelehnt ist und die aktuelle wissenschaftliche Datenlage zu den biologischen Auswirkungen alkoholhaltiger Getränke auf die Gesundheit berücksichtigt:

bis zu 20 g/Tag für die Frau und
bis zu 30 g/Tag Alkohol für den Mann und
maximal 40 g bei einer Gelegenheit für beide Geschlechter.2

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