Für das Jahr 2050 schätzt man 108 Millionen Alzheimer-Kranke. Ob dieser explosionsartige Anstieg daran liegt, dass wir immer älter werden oder unsere „Steinzeit-Gehirne“ vor der Informationsflut des 21sten Jahrhunderts kapitulieren? Überall ist man dem großen Vergessen auf der Spur. Diese weist zunehmend darauf hin, dass moderate Weintrinker älter werden und dabei (dennoch) seltener an Alzheimer & Co erkranken als Bier-, Schnaps- und Wassertrinker. Man mutmaßt, dass dies an dem Zusammenwirken von Alkohol und Weinphenolen liegt, wodurch sowohl die Hirndurchblutung verbessert als auch für Demenz typische Entzündungen und Eiweißablagerungen in Gehirn verhindert werden können.
Jüngst wurde dazu eine interessante Studie publiziert: Ein norwegisches Forscherteam untersuchte über 7 Jahre hinweg die Veränderung des kognitiven Leistungsvermögens von mehr als 5000 Landsleuten und setzte sie in Bezug zu ihrer Vorliebe für alkoholische Getränke. Nach Herausfiltern aller Einflussfaktoren zeigten sich nur bei moderaten Weintrinkern beiderlei Geschlechts verbesserte Erinnerungs-, Denk- und Urteilsfähigkeit. Bei Bier- und Spirituosenliebhabern blieben sie über den Beobachtungszeitraum unverändert – ebenso bei abstinenten Männern.
Interpretationsspielraum bietet ein geschlechtsspezifisches Phänomen: Bei abstinenten Frauen nahm die Hirnleistung mit den Jahren ab, während ihre genusstrinkenden Geschlechtsgenossinnen am Studienende deutlich höhere intellektuelle Aktivitäten aufwiesen.
Soll heißen: Für Frauenhirne lohnt sich das Glas Wein mehr … ?
Lassen Sie uns auf noch so reizvolle Vergleiche geschlechtsspezifischer Hirngewichte und Denkleistungen verzichten und mit einem Glas Weißburgunder auf das Fazit anstoßen: Weintrinker hatten und haben die größeren kognitiven Kompetenzen … und werden dies hoffentlich nicht vergessen.



