Eine Metaanalyse von Wissenschaftlern aus der Technischen Universität Dresden und aus dem Centre for Addiction and Mental Health der Universität von Toronto (Ontario, Canada) belegt, dass regelmäßiger aber mäßiger Genuss alkoholischer Getränke vor der Entwicklung eines Typ-2 Diabetes schützt.*
Der „Alterszucker“, wie man früher den Typ-2 Diabetes nannte, hat sich in der industrialisierten Welt zu einer Krankheit epidemischen Ausmaßes auch bereits junger Menschen entwickelt. Die Ursache liegt in dem modernen Lebensstil mit zu viel Zucker, Übergewicht und Bewegungsmangel. Dessen Damoklesschwert heißt „Insulinresistenz“. Das bedeutet, dass die Körperzellen gegenüber dem Insulin abstumpfen und das Hormon der Bauchspeicheldrüse den Zucker nicht mehr effektiv verwerten kann. In der Folge steigt der Blutzucker und der Weg für den Typ-2 Diabetes ist geebnet.
Zahlreiche Studien hatten in der Vergangenheit bereits darauf hingewiesen, dass der Konsum alkoholischer Getränke diese Insulinresistenz mindert und die Wahrscheinlichkeit senkt, den gefürchteten „Alterszucker“ zu entwickeln.
Um die Datenlage zu überprüfen und die Zusammenhänge zu sichern, haben Wissenschaftler eine Metaanalyse der 20 methodisch besten bislang veröffentlichten Langzeitbeobachtungsstudien durchgeführt. Nach Auswertung aller knapp 480.000 Personen ergab sich eine J-förmige dosisabhängige Risikokurve: Für Frauen fand man mit einem mittleren Konsum von 24 g Alkohol pro Tag (entspricht in etwa dem Viertele Wein) im Vergleich zu lebenslanger Abstinenz den stärksten Schutzeffekt. Bei dieser Menge war das Diabetesrisiko um 40 % gesenkt! Über 50 Gramm Alkohol pro Tag waren aber wiederum mit einem steigenden Diabetes-Risiko verbunden.
Bei Männern fiel die Schutzwirkung nicht ganz so stark aus. Den deutlichsten Effekt sah man bei täglichen 22 Gramm Alkohol mit einer Senkung des Risikos um 13 Prozent. Hier hielt allerdings der Schutzeffekt bis knapp 60 Gramm pro Tag an. Jenseits dieser Dosis stieg aber auch bei Männern das Diabetesrisiko wieder an.
Die Wissenschaftler schließen aus ihrer sorgfältigen Analyse und den bekannten, dazu passenden plausiblen Wirkmechanismen des Alkohols, dass der beobachtete Zusammenhang tatsächlich besteht und ursächlicher Natur ist.
Hinweis (DWA): Das Thema Wein und Gesundheit bedarf einer durch Sachkenntnis, Ausgewogenheit und Verantwortung geprägter Präsentation. Obwohl zahlreiche wissenschaftliche Daten belegen, dass moderater Weinkonsum positive Effekte auf die Gesundheit hat, weisen wir darauf hin, dass exzessives Trinken aller alkoholischen Getränke sozialen und gesundheitlichen Schaden birgt.
Quelle:
* Baliunas DO, Taylor BJ, Irving H, et al. Alcohol as a risk factor for type 2 diabetes:
A systematic review and meta-analysis. Diabetes Care 2009;32:2123-32.





